Stand: 16.07.2019 11:55 Uhr

Was tun gegen Riesenbärenklau?

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Riesenbärenklau gehört zu den invasiven Arten. Sein Saft verursacht Hautverbrennungen.

Bis zu vier Meter hoch kann er werden, natürliche Feinde hat er nicht - und das macht den Kampf gegen den Riesenbärenklau, auch Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, so schwierig. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die aus dem Kaukasus stammende Art als Gartenpflanze eingeschleppt und hat sich rasant verbreitet, sodass viele Gemeinden und Gartenbesitzer in Norddeutschland versuchen, den Doldenblütler auszurotten.

Die invasive Pflanze sollte möglichst vor ihrer Blüte - am besten zwischen April und Mai - vernichtet werden. Eine Pflanze kann ansonsten bis zu 80.000 Blüten tragen, die dann Samen bilden, die sich bis zu zehn Jahre in der Erde halten können. Der Saft des Riesenbärenklaus ist hochgiftig. Werden kontaminierte Hautstellen mit Sonnenlicht bestrahlt, drohen schwerste Verbrennungen - auch noch Tage später.

Entfernen von Herkulesstauden: Schutzkleidung tragen

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Niels Jensen, Experte der Naturfreunde Schleswig-Holstein, benutzt eine Machete, um die Blüten eines Riesenbärenklaus zu entfernen.

Seit mehr als 30 Jahren kämpft Niels Jensen aus Kiel gegen den Riesenbärenklau. Und dieser Kampf ist damals wie heute kompliziert. Zuerst muss die Blüte abgeschlagen werden, denn in der Dolde sitzen bis zu 100.000 Samen, die sich sonst rasant ausbreiten würden. Wer den Riesenbärenklau bekämpfen will, sollte unbedingt lange Kleidung, Gesichtsschutz, Handschuhe und Gummistiefel tragen, denn auch der Saft der kleinen Pflanzen kann schon Verbrennungen verursachen. "Man sollte den Körper beim Arbeiten bedecken," weiß Jensen. Rückt er der Pflanze auf den Leib, trägt er stets dicke Gummihandschuhe: "Ich kann die Pflanze ungeschützt zwar anfassen, das ist noch kein Problem. Aber wenn ich sie kaputtreißen würde, wäre das kritisch." Nach den Arbeiten sollten Haut und Kleidung gründlich gewaschen werden.

Riesenbärenklau unbedingt vollständig ausgraben

Damit der Riesenbärenklau wirklich abstirbt, gräbt Jensen die Pflanze danach aus. Am besten sei es, sie im April oder Mai zu entfernen, solange sie noch klein ist. Beim Abstechen des Bärenklaus kommt es auf die richtige Technik an: Wird die Wurzelrübe nicht an der richtigen Stelle abgehackt, bildet die Pflanze bald neue Triebe. Man muss die Rübe 10 bis 15 Zentimeter unter dem Ansatz erwischen und sauber abstechen, dann treibt sie nicht mehr aus.

Riesenbärenklau nicht auf dem Kompost entsorgen

Die abgestochenen kleinen Pflanzen kann man einfach liegen lassen, sie vertrocknen. Größere Pflanzen und insbesondere solche, die bereits Dolden gebildet haben, müssen dagegen verbrannt werden, damit die Samen nicht über den Kompost weiter verbreitet werden. Alleine in Kiel entfernt Jensen jedes Jahr 3.000 Pflanzen, unter anderem auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität.

Verbrennungen: Haut verliert UV-Schutz durch Gift

Durch das Gift der Pflanze verliert die Haut ihren natürlichen UV-Schutz - und das kann auch noch einige Tage nach dem Kontakt wirken. Scheint dann die Sonne auf die Haut, kommt es zu Verbrennungen zweiten oder sogar dritten Grades. In extremen Fällen müssen die Blasen in einem Verbrennungszentrum behandelt werden. Bei kleineren Verbrennungen lindert eine kühlende Salbe die Beschwerden, die je nach Schweregrad einige Tage oder gar Wochen anhalten können.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 16.07.2019 | 19:30 Uhr

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