Stand: 19.05.2016 10:32 Uhr

Dünger mit einem Bokashi-Eimer herstellen

Abfälle von Obst, Gemüse und Pflanzen können mehr, als nur in der Biotonne zu schimmeln oder auf dem Kompost zu verrotten. Aus diesem organischen Material lässt sich wertvoller Dünger erzeugen - einfach, indem man einen sogenannten Bokashi-Eimer benutzt. Küchenabfälle können so als nützlicher Dünger für den Garten verwendet werden.

So lassen sich Küchenabfälle zu Dünger machen

In nur 14 Tagen entsteht der Dünger

Bokashi kommt aus dem Japanischen und heißt so viel wie "schrittweise Umsetzung". Bei der Verarbeitung der Bioabfälle helfen sogenannte effektive Mikroorganismen (EM). Sie sind eine Mischung aus Milchsäurebakterien, Photosynthesebakterien und Hefen. Mit einer EM-Lösung lässt sich das organische Material zu wertvollem Dünger fermentieren. Ein Vorteil an diesem Verfahren ist vor allem, dass die Abfälle dabei keinen unangenehmen Geruch entwickeln, wie sonst bei der Biotonne. Der Geruch erinnert eher an Sauerkraut.

Wie funktioniert der Bokashi-Eimer?

Ein Bokashi-Eimer ist eigentlich nur ein luftdichter Plastikeimer mit einem Siebeinsatz, durch den Flüssigkeit abfließen kann, die bei der Umsetzung entsteht. Dieser sogenannte Sickersaft kann durch einen kleinen Ablaufhahm im Boden quasi abgezapft werden und mit Wasser vermischt direkt als Dünger für Blumen und Pflanzen dienen. Nach zwei Wochen ist es dann außerdem möglich, den gesamten Inhalt des Bokashi-Eimers mit Erde zu vermischen und zum Beispiel auf einem Beet als Dünger unterzugraben.

Effektive Mikroorganismen und Gesteinsmehl helfen

Eine EM-Lösung lässt sich sowohl fertig kaufen als auch selbst herstellen. Neben den effektiven Mikroorganismen hilft auch Gesteinsmehl dabei, die freigesetzten Nährstoffe besser für den Boden verfügbar zu machen. Es wird zusätzlich auf die Abfälle im Bokashi-Eimer gestreut.

Rasenschnitt als Dünger ganz ohne Eimer

Der Rasenschnitt, der beim Mähen entsteht, kann auch als guter Dünger wirken. Dazu ist kein Bokashi-Eimer nötig, sondern es reicht ein großer Plastiksack. In ihn kann man die Rasenreste stopfen und dann EM-Lösung dazugeben, den Sack zuknoten und zwei Wochen in einer schattigen Ecke des Gartens liegen lassen. Anschließend lässt sich diese Masse ebenfalls gut untergraben oder zur Kompostverbesserung nutzen.

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