Der richtige Umgang mit verblühten Zwiebelblumen

Stand: 31.03.2022 12:53 Uhr

Ab März sorgen Frühblüher für erste Farbtupfer im Garten. Aber was tun, wenn sie verblüht sind? Abschneiden, ausgraben oder einfach stehen lassen?

Nach der Blüte sehen Zwiebelblumen wie Hyazinthen, Narzissen und Tulpen im Garten nicht sonderlich attraktiv aus. Sie deshalb einfach abzuschneiden, wäre schade, denn dann blühen sie im kommenden Jahr nicht mehr.

Blätter nicht abschneiden

Rot und gelb blühende Tulpen und Perlhyazinthen in einem Garten. © NDR Foto: Beate Saß aus Rostock
Bunte Frühjahrsgrüße: Werden Zwiebelpflanzen richtig behandelt, blühen sie immer wieder.

Regel Nummer eins bei Frühblühern lautet deshalb: Die Blätter nicht abschneiden, sondern langsam eintrocknen lassen. Nur so kann die Zwiebel Kraft für die Blüte im darauffolgenden Jahr sammeln. Die Laubblätter liefern nämlich bis zum Verwelken lebenswichtige Energie für die Zwiebel, die sie für die Vorbereitung auf die nächste Wachstumsperiode und zum Überleben in der Ruhephase benötigt. Die Blütentriebe sollten dagegen abgeschnitten werden, sie rauben der Pflanze unnötig Energie.

Blumenzwiebeln ausgraben und trocken lagern

Blumenzwiebeln und eine Schaufel auf einem Holztisch. © fotolia.com Foto: Olesia Sarycheva
Wichtig: Blumenzwiebeln müssen trocken und luftdurchlässig gelagert werden, etwa in einer Papiertüte, sonst faulen sie.

Sind die Blätter vertrocknet, gibt es zwei Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, die Zwiebeln auszugraben. Anschließend müssen sie vom Laub befreit, gesäubert und getrocknet werden. Das geht zum Beispiel gut in einem Netz, das an einer trockenen Stelle aufgehängt wird. Wichtig: Nur gesunde Blumenzwiebeln aufbewahren. Alle anderen aussortieren und im Müll entsorgen, nicht auf dem Kompost, denn von dort können sich Pflanzenkrankheiten im ganzen Garten ausbreiten.

Nach dem Trocknen sollten die Zwiebeln an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern, etwa in einer Papiertüte oder einem Korb. Gut geeignet ist auch ein Karton, in dem die Zwiebeln Schicht für Schicht, jeweils getrennt durch eine Lage Zeitungspapier, einsortiert werden. Tipp: Beschriften Sie Tüte oder Karton, damit Sie später wissen, um welche Blumenzwiebeln es sich handelt. Im Herbst können die Zwiebeln wieder in die Erde gesetzt werden.

Alternative: Zwiebeln im Boden lassen

Man kann die Zwiebeln auch im Boden lassen, das hat aber einige Nachteile. Besonders schwerere Zwiebeln wie die von Tulpen bohren sich beim Wachsen immer tiefer in den Boden. So kann es passieren, dass sie es nach einigen Jahren nicht mehr schaffen, bis an die Oberfläche zu wachsen.

Ein Blaustern mit blass-blauen Blüten und grünen Blätter in einem Beet. © NDR Foto: Anja Deuble
Die Zwiebeln der Blausterne (Scilla) können im Beet verbleiben.

In schweren Böden besteht außerdem die Gefahr von Staunässe. Dann verfaulen die Zwiebeln. Außerdem fressen einige Tiere, allen voran Wühlmäuse, die Zwiebeln. Das lässt sich allerdings vermeiden, wenn man einen Pflanzkorb verwendet. Krokusse, Scilla und Schneeglöckchen können im Boden bleiben, wo sie sich über die Jahre selbstständig vermehren.

Bei Zwiebelblühern aus dem Topf verfährt man ähnlich wie oben beschrieben: Die Zwiebeln aus dem Topf ziehen, von der Erde befreien, in einen Korb legen und auf die Terrasse oder den Balkon stellen, bis die Blätter vertrocknet sind. Anschließend bis zum Herbst einlagern.

Zwiebelblumen durch Teilung vermehren

Viele Blumenzwiebeln bilden Brutzwiebeln. Das sind kleine Horste, aus denen oft nur noch Blätter an die Oberfläche gelangen - aber keine oder nur eine schwache Blüte. Die Brutzwiebeln sitzen an den Unterseiten der Zwiebeln. Nach dem Ausgraben kann man sie vorsichtig abtrennen, ebenfalls einlagern und im Herbst separat in die Erde setzen. So erhält man in der darauffolgenden Saison kräftige Zwiebeln, die meist im Folgejahr selbst blühen. Eine andere Variante ist die Vermehrung über Samen. Allerdings ist diese Methode sehr aufwendig und nicht immer erfolgreich.

Wurden Blumenzwiebeln in den Rasen gesetzt, sollte man beim Mähen einen Bogen um sie machen, da auch sie ihr Grün für die kommende Saison benötigen, um Energiereserven zu speichern.

Tipp: Standorte der Blumen fotografieren

Tipp: Beete und andere Standorte von Tulpen, Krokussen und weiteren Blumen am besten vorab fotografieren. Das geht schneller, als alle Kulturen zu Beispiel in ein Gartenbuch zu zeichnen. So weiß man später genau, wo welche Pflanze gestanden hat und kann die Zwiebeln im Herbst an selber Stelle neu pflanzen.

Weitere Informationen
Blühende Schneeglöckchen und Krokusse © photocase Foto: melrose

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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 04.04.2022 | 21:00 Uhr

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