Stand: 16.11.2017 09:37 Uhr

Ein Hotel für Insekten bauen

von Udo Tanske

Für viele Insekten wird es immer schwieriger, einen geeigneten Platz zum Nisten zu finden. Ein Grund dafür ist, dass unsere Gärten und Grundstücke oft peinlich genau aufgeräumt werden. Gartenabfälle, Laubreste oder Strauchschnitt landen oft in der Biotonne. Damit gehen auch Lebensräume für die kleinen nützlichen Insekten verloren. Zudem gefährden Pestizide und Monokulturen ihren Bestand. Ein Insektenhotel kann da einen Ausgleich schaffen. Aus ein paar alten Brettern, vier Loch-Ziegelsteinen, Bambusrohr, Schilf, Holzwolle, einem Blumentopf, ein wenig Gestrüpp, Moos und Lehm zaubert Gärtner Peter Rasch schnell ein kleines Insektenhotel. Das Fünf-Sterne-Hotel unter einem Apfelbaum soll Nützlinge in den Garten locken.

Schritt für Schritt ein Insektenhotel bauen

Insekten sind nützlich

Insekten wie Florfliegen, Schwebfliegen, Ohrwürmer oder Marienkäfer sind sehr nützliche Insekten im Garten, denn sie ernähren sich von Blattläusen und anderen Schädlingen. Die Larven der Florfliege beispielsweise ernähren sich von Blattläusen, während das erwachsene Insekt vom Blütennektar lebt. Auch Wildbienen oder Hummeln nisten in kleinen Höhlen und helfen in unserem Garten bei der Bestäubung - rund 80 Prozent unserer Pflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Und keine Angst - die kleinen Bienen stechen nicht.

Nistplätze für Wespen schaffen

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Schwebefliegen ernähren sich von Pollen und Nektar - neben den Bienen sind sie in unseren Breiten die wichtigsten Bestäuber.

Auch viele kleine Wespenarten sind sehr nützlich und werden vom Insektenhotel angelockt - auch sie sind harmlose Einzelgänger. Ein Nützling, der auch in Gewächshäusern eingesetzt wird, ist die Schlupfwespe. Sie ist nur 0,7 Millimeter groß und sticht nicht. Die Weibchen legen bis zu 100 Eier, am liebsten in die Raupen von Schmetterlingen wie Kohlweißlingen und Gespinstmotten. Auch der Ohrwurm ist ein fleißiger Blattlausjäger. Für ihn reicht es auch schon, wenn Sie einen Blumentopf mit Holzwolle füllen und ihn mit der Öffnung nach unten in den Baum hängen.

Löcher sollten unterschiedlich groß sein

Über 500 Bienen- und Wespenarten leben bei uns - in verschiedenen Größen. Deshalb sollte das Insektenhotel auch mit unterschiedlich großen "Zimmern" ausgestattet werden. Lochziegel für die großen Insekten, große und kleinen Löcher ins Holz bohren, damit für jeden etwas dabei ist. Andere finden in Stroh, Schilf, Holzwolle, Bambus oder Gestrüpp Unterschlupf. Günstig ist es, wenn Sie einige Fugen mit Lehm füllen, denn einige Wespenarten brauchen diesen für den Bau ihrer Nester.

Der richtige Standort fürs Insektenhotel

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Unter oder bei einem Baum ist das Hotel am besten aufgehoben, denn das Laub schützt vor der Mittagssonne.

Das Insektenhotel sollte einen warmen, sonnigen Standort haben, aber möglichst nicht in der prallen Mittagssonne stehen. Einige Larven, wie zum Beispiel die der Hummel, gehen bei extremer Hitze ein. Ideal ist ein vor Wind und Regen geschützter Platz, etwa unter einem Baum. Wenn Sie es in der richtigen Höhe aufstellen, bekommt es dort Morgen- und Abendsonne und ist vor der heißen Mittagssonne geschützt. Steht das das Insektenhotel frei, ist ein ein kurzes Vordach am Insektenhotel empfehlenswert.

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Dieses Thema im Programm:

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