Stand: 17.03.2020 10:00 Uhr

Immer der Nase nach: So wichtig ist der Geruchssinn

Frau inhaliert den Duft einer Lilie © colourbox
Der Geruchssinn ist der unmittelbarste der menschlichen Sinne und eng mit Erinnerungen und Gefühlen verknüpft.

Unsere Nase ist das am meisten unterschätzte Sinnesorgan. Dabei spielt sie eine große Rolle in unserem Leben, zumeist unbewusst. Unser Geruchssinn warnt uns: Er schützt vor verdorbenen Speisen, giftigen Gasen oder Rauch. Und ohne den Geruchssinn würden wir auch nicht schmecken und genießen können. Denn während die Zunge gerade einmal fünf Geschmacksrichtungen erkennen kann, unterscheidet die Nase mehr als 10.000 unterschiedliche Duftnoten, die das Geschmacksempfinden mitprägen. Der Geruchssinn ist der unmittelbarste der menschlichen Sinne, er ist eng mit Erinnerungen und Gefühlen verknüpft.

So funktioniert das Riechen

An beiden Seiten der Nasenscheidewand liegen Riechschleimhäute, die mit Riechsinneszellen ausgestattet sind. Diese besitzen Rezeptoren für rund 350 verschiedene Duftstoffe. Duftreize werden über Nervenbahnen ins Riechhirn geleitet, von wo aus sie direkt zum Hypothalamus und zum limbischen System gelangen. Diese Hirnareale spielen für das Gedächtnis, die Gefühle und die Triebe des Menschen eine große Rolle.

Liebe geht durch die Nase

Das erklärt auch, warum am Spruch "Ich kann dich gut riechen" einiges dran ist. Denn die Nase spielt eine große Rolle bei der Partnerwahl. Die Duftmoleküle, die ein Mensch absondert, enthalten Informationen über das genetische Profil und das Immunsystem. Studien haben ergeben, dass Frauen sich häufig Männer aussuchen, deren Geruchsprofil sich stark vom eigenen unterscheidet. Der Vorteil der unterschiedlichen Erbanlagen für die Nachkommen: bessere Chancen, mit Krankheiten klarzukommen.

Der Körpergeruch jedes Menschen ist individuell. Und es ist dieser natürliche Duft, der die Partnerwahl unbewusst beeinflusst, selbst wenn er überlagert wird von Düften aus Duschgel, Deo oder Parfüm.

Geruchssinn wird schon im Mutterleib ausgebildet

Der Geruchssinn wird bereits im Mutterleib ausgebildet und ist bei der Geburt fast vollständig ausgereift. Babys verlassen sich auf ihre Nase: Sie hilft ihnen, die Brust der Mutter zu finden, und spielt eine wichtige Rolle bei der Orientierung und Bindung. In den ersten Lebensjahren wird zudem das Geruchsgedächtnis ausgebildet. Viele Geruchseindrücke, sogenannte olfaktorische Eindrücke, hinterlassen ihren Spuren im Gehirn und können später erinnert werden.

Geruchssinn von Schwangeren ist besonders sensibel

Schwangere haben einen besonders sensiblen Geruchssinn und entwickeln oft Abneigungen gegen bestimmte Nahrungsmittel, Düfte oder Rauch. Wissenschaftler sehen darin einen Mechanismus, der das Kind vor möglicherweise schädlichen Einflüssen durch Nahrung oder Umwelt schützen soll. Mit zunehmendem Alter wird der Geruchssinn schwächer. Auch Rauchen, Chemikalien und häufiger Kontakt mit Schmutz und Staub vermindern die Fähigkeit zu riechen.

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Dieses Thema im Programm:

Arte | Xenius | 19.03.2020 | 16:50 Uhr

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