Stand: 02.11.2018 13:09 Uhr  | Archiv

Was macht uns glücklich?

Ein großes Haus, ein langer Urlaub, schöne Momente mit Freunden oder richtig viel Geld - was wir als Glück empfinden, ist individuell verschieden. Doch was genau ist Glück eigentlich, wie entsteht es - und wie bekomme ich möglichst viel davon ab? Damit beschäftigen sich Wissenschaftler seit vielen Jahren.

Glück entsteht im Gehirn

Fest steht, dass das Glückgefühl im Gehirn entsteht. Neurowissenschaftler können messen, wenn im Belohnungszentrum Glückshormone ausgeschüttet werden. Genetisch haben alle Menschen die Möglichkeit, Glück zu empfinden. Was allerdings als Belohnung, Glück oder Wohlbefinden wahrgenommen wird, ist individuell sehr verschieden.

Gene haben großen Anteil

Glücksforscher gehen davon aus, dass die Gene für etwa 50 Prozent des Glücksempfindens verantwortlich sind. 40 Prozent machen unsere Lebensumstände aus - Familie, gute Freunde, das Einkommen und Hobbys. Nur 10 Prozent sind auf zufällige Ereignisse zurückzuführen, etwa einen Lottogewinn. Damit ist das Erbgut der wichtigste Einflussfaktor für unsere Lebenszufriedenheit - zu immerhin 40 Prozent können wir unser Glück aber selbst beeinflussen.

Geld allein macht nicht glücklich

Damit wir Glücksmomente genießen können, sollten unsere Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Wohnen und Arbeit erfüllt sein. Studien haben gezeigt, dass Geld und Konsum darüber hinaus aber keine große Rolle spielen. Ab einem gewissen Einkommen nimmt mit mehr Geld die Zufriedenheit kaum noch zu, weil die Ansprüche mitwachsen. Viele Menschen vergleichen sich mit anderen, was zu Eifersucht und Verbitterung führt. Viele verlernen, mit sich selbst zufrieden zu sein und eigene Erfolge zu schätzen.

Glück kann man trainieren

Glück kann man aber auch selbst beeinflussen, indem man Erlebnisse und Tätigkeiten sucht, die man als positiv empfindet. Für die einen ist das das Zusammensein mit Freunden oder dem Partner, Kochen, Reisen, für die anderen soziales Engagement, Ausflüge in die Natur oder Sport. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass Bewegung und Entspannung die Nervenzellen im Hippocampus stimulieren - also die Region, die eine wichtige Rolle im Belohnungssystems des Gehirns spielt. Glück lässt sich aber nicht erzwingen. Viele Glücksmomente entstehen nebenbei, ohne dass wir danach suchen.

Dänen sind die Glücklichsten der Welt

Glück ist auch eine Frage der Einstellung. Glücklich macht, was beispielsweise die Dänen praktizieren: Hygge, also die Fähigkeit, Genuss zu empfinden, im Augenblick zu leben und dankbar zu sein. Die Dänen und andere skandinavische Völker gelten als die glücklichsten der Welt. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass es in den skandinavischen Ländern sehr gerecht zugeht: Es gibt geringe Einkommensunterschiede, gute Bildungschancen und einen starken Wohlfahrtsstaat.

Glücklich zu sein lohnt sich

Lebenszufriedenheit wirkt sich auch positiv auf unsere Gesundheit aus: Studien belegen, dass glückliche Menschen länger leben und weniger krank werden. Ihr Immunsystem wird besser mit Krankheitserregern fertig, sie haben eine bessere Wundheilung und weniger Entzündungsstoffe im Körper. Dazu kommen beispielsweise weniger Herzattacken, weniger Schlaganfälle und besserer Schlaf.

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 02.11.2018 | 16:20 Uhr

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