Stand: 14.07.2020 09:10 Uhr

UKSH-Studie zu Langzeitfolgen nach Covid-19

Bei mehr als 3.200 Schleswig-Holsteinern wurde eine Corona-Infektion bestätigt. 3.000 von ihnen gelten als genesen. Inzwischen ist bekannt, welche Symptome eine Covid-19-Erkrankung mit sich bringt - nämlich grippeähnliche Anzeichen bis hin zu starken Lungenproblemen mit schweren Krankheitsverläufen. Aber was passiert mit dem Rest des Körpers? Darüber wissen Ärzte noch wenig. Klar ist nur, dass nicht nur Menschen mit schweren Erkrankungen über Folgebeschwerden leiden, sondern auch die Patienten, mit einem relativ milden Verlauf.

Studie soll eineinhalb Jahre dauern

Um mehr darüber hinaus zu finden, startet Professor Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin am UKSH Kiel, eine Schleswig-Holstein-weite Langzeitstudie. Dabei will er über eineinhalb Jahre möglichst viele der Infizierten im Land untersuchen. Professor Schreiber erzählt von anonymisierten Fällen: Da ist der 30-jährige sportliche Mann, der während seiner Corona-Infektion nur milde Symptome hatte. Aber noch heute schafft er den Weg in seine Wohnung im dritten Stock nicht ohne Pausen. Schreiber berichtet auch von der 60-jährigen Sekretärin, die bis heute nichts schmecken und riechen kann.

Patienten werden gründlich untersucht

"Sie können sehen, wie tiefgreifend solche Schäden sind, die den gesamten Körper beeinträchtigen. Wenn es keinen Spaß mehr macht zu essen, kann das zu Essstörungen führen. Und wir wissen, dass Essstörungen keine harmlosen Erkrankungen sind." Die Sekretärin wird, wie alle anderen Infizierten auch, in den nächsten Tagen per Post gefragt, ob sie an der Studie teilnehmen möchte. Falls ja, wird sie gründlich untersucht, unter anderem im MRT. Für die Studie sollen am Kieler UKSH knapp 30 neue Stellen entstehen, neue Geräte sind bestellt. Kostenpunkt: 10 Millionen Euro, die von Land und Bund bezuschusst werden sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 13.07.2020 | 19:30 Uhr

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