Auf einer Tafel vor dem Eingang eines Restaurants steht der Hinweis auf die 2G PLUS Regelung. © imago images/ Sven Simon Foto: Frank Hoermann / Sven Simon

Strengere Corona-Regeln in SH: 2G-Plus in Restaurants und Sperrstunde

Stand: 12.01.2022 00:01 Uhr

Die Landesregierung hat die Corona-Maßnahmen angepasst, die ab heute (12.1.) gelten. Für Menschen, die schon eine Auffrischungsimpfung bekommen haben, entfällt die zusätzliche Testpflicht bei 2G-Plus.

Die Maskenpflicht wird weiter ausgeweitet: Bei Veranstaltungen in Innenräumen muss ab jetzt grundsätzlich ein medizinischer Mund-Nase-Schutz getragen werden, dabei wird das Tragen von FFP2-Masken empfohlen. Auch im Einzelhandel und in Dienstleistungsbetrieben mit Ladenlokalen müssen Beschäftigte - unabhängig von physischen Barrieren - eine medizinische Maske tragen. Wer körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nimmt, bei denen die Maske abgenommen werden muss - beispielsweise im Kosmetikstudio - muss die Voraussetzungen von 2G-Plus erfüllen: Kundinnen und Kunden müssen dort einen Nachweis über den vollständigen Impfschutz oder eine Genesung und zusätzlich ein aktuelles negatives Testergebnis vorlegen. Medizinisch oder pflegerisch notwendige Dienstleistungen sind davon ausgenommen. Bei Friseuren gilt weiterhin grundsätzlich 3G.

Sperrstunde für die Gastronomie, Kontaktbeschränkungen bei Veranstaltungen

Für die Gastronomie, Diskotheken und bestimmte Veranstaltungen treten folgende Einschränkungen in Kraft:

  • In der Gastronomie werden die 2G-Plus-Regel und eine Sperrstunde von 23 bis 5 Uhr eingeführt
  • Diskotheken werden geschlossen, Tanzveranstaltungen untersagt
  • bei Sitzveranstaltungen mit passivem Publikum in Innenräumen - zum Beispiel im Theater - werden die Teilnehmerzahlen auf maximal 500 Personen gesenkt. Für alle anderen Veranstaltungen gelten maximal 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Innenräumen mit Maskenpflicht und 100 in Außenbereichen
  • Für Veranstaltungen zu privaten Zwecken - etwa private Feste und Feierlichkeiten wie Familienfeste - gelten auch in Gaststätten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen von maximal zehn Teilnehmern mit Ausnahmen für unter 14-Jährige
  • Für Chöre gilt in Innenräumen: Mund-Nasen-Bedeckungen sind auch beim Singen zu tragen. Das Spielen von Blasinstrumenten ist angesichts der erhöhten Infektionsgefahr nicht zulässig. Beruflich Tätige oder Prüflinge sind beim Singen von der Mund-Nasen-Bedeckungspflicht und dem Verbot, Blasinstrumente zu spielen, ausgenommen

Teilnehmerbegrenzung im Sport

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Das Bild zeigt eine leere Sporthalle. © NDR Foto: Kora Blanken

Frust und Unsicherheit bei Sportvereinen

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Sportwettbewerbe mit mehr als 50 Sportlerinnen und Sportler innerhalb geschlossener Räume und mehr als 100 außerhalb geschlossener Räume sind mit Inkrafttreten der aktualisierten Landesverordnung verboten. Generell gilt beim Sport in Innenräumen für Personen ab 18 Jahre die 2G-Plus-Regel - ebenso für Saunen, Dampfbäder, Whirlpools und ähnliche Einrichtungen.

Geboosterte von Testpflicht bei 2G-Plus ausgenommen

Wer bereits eine Auffrischungsimpfung - einen sogenannten Booster - erhalten hat, muss für 2G-Plus ab sofort neben dem Impfnachweis keinen negatives Testergebnis vorlegen. Als "geboostert" gelten im Sinne der derzeit geltenden Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung des Bundes Personen, die nach ihrer Grundimmunisierung durch zwei Impfungen bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Eine Ausnahme stellt die Impfung von Johnson & Johnson dar, die für die Grundimmunisierung nur eine Impfdosis vorsieht - in diesem Fall gelten Menschen mit der einen Impfung plus Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff als "geboostert".

Weiterhin sind Kinder bis zur Einschulung von der Testpflicht bei 2G-Plus ausgenommen - ebenso Minderjährige, die im Rahmen eines verbindlichen Schutzkonzeptes in der Schule getestet werden. Die Ausnahmen von der Testpflicht gelten nicht für den Besuch in Krankenhäusern und Einrichtungen der Pflege- oder Eingliederungshilfe.

Weitere Ausnahmen bei 2G-Plus-Testpflicht angekündigt

Laut Landesregierung wird derzeit die entsprechende Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung des Bundes überarbeitet. Änderungen und Konkretisierungen treten demnach am Sonnabend (15.1.) in Kraft, welche weitere Personengruppen den Menschen mit Boosterimpfung gleichstellen, etwa Menschen mit erst kürzlich vorgenommener Zweitimpfung oder Menschen mit Kombination aus Genesung und vollständiger Impfung. Die Landesregierung beabsichtigt nach eigenen Angaben, diese dann auch kurzfristig in Schleswig-Holstein in der Corona-Bekämpfungsverordnung umzusetzen.

Mehr Tests in Kitas und Pflege-Einrichtungen

Ab 17. Januar gilt eine dreimal wöchentliche Testpflicht für geimpfte und genesene Mitarbeitende in Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe (bislang zweimal wöchentlich) – dies gilt auch für Mitarbeitende ambulanter Pflegedienste. Für nicht geimpfte oder genesene Mitarbeitende gilt weiterhin die tägliche Testpflicht. Ebenfalls ab 17. Januar dreimal wöchentliche Testpflicht für geimpfte oder genesene Mitarbeitende in Kindertagesstätten. Mitarbeitende mit bereits erfolgter Auffrischungsimpfung ("Booster") sind hiervon jedoch anders als in den vorgenannten Bereichen ausgenommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.01.2022 | 08:00 Uhr

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