Schulstart in Präsenz: Mehr Tests und Kohorten

Stand: 10.01.2022 08:05 Uhr

Für Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein war der Montag der erste Schultag nach den Weihnachtsferien. Wegen zunehmender Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante gibt es Auflagen.

So gilt weiterhin eine Maskenpflicht für alle Schularten und alle Jahrgänge. Bereits seit Ende November müssen Lehrkräfte und Schüler dauerhaft eine medizinische Maske auf dem gesamten Schulgelände tragen. Ausnahmen sind der Pausenhof oder der Schulsport.

Erweiterte Testpflicht

Zunächst für zwei Wochen wird die Testpflicht ausgeweitet. Statt wie bisher zwei sind nun laut Bildungsministerium drei Tests pro Woche vorgesehen. Mit der nächsten Schul- und Corona-Verordnung soll die Testpflicht auch auf Genesene und Geimpfte ausgeweitet werden.

Kohortenbildung als Schutzmaßnahme

An Grundschulen und Förderzentren werden wieder Kohorten gebildet. "Dennoch kann die Kohorte aufgrund von klassenübergreifendem Unterricht oder zur Umsetzung von Ganztags- und Betreuungsangeboten nach sorgfältiger Abwägung mehrere Lerngruppen umfassen", sagte die Ministerin. Sport- und Musikunterricht soll es weiterhin geben - allerdings so, dass die Infektionsgefahr minimiert wird. Wettkämpfe, Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten werden laut Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vorerst nicht möglich sein.

Distanzunterricht möglichst vermeiden

Nach Priens Auffassung spricht für den Unterricht im Klassenzimmer, dass die Impfquote unter den Lehrkräften hoch ist und auch immer mehr Schüler sich impfen lassen. Außerdem verlaufe eine mögliche Omikron-Erkrankung bei Kindern häufig milder oder gar asymptomatisch im Vergleich mit vorherigen Varianten des Virus.

"Die Schülerinnen und Schüler brauchen so viel wie möglich Kontinuität und Normalität. Das haben uns die Experten, aber auch die Landesschülervertreter, die Landeselternvertretung und die Verbände und Gewerkschaften, mit denen wir die Lage erörtert haben, grundsätzlich so bestätigt", meinte Prien. Einen Wechsel in den Distanzunterricht soll es nach Angaben von Ministerin Prien nur geben, wenn mehr als die Hälfte der Schüler in einer Gruppe von einer Quarantäne-Anordnung oder ein Drittel der Lehrkräfte betroffen sind.

Weitgehende Zustimmung von Eltern- und Schülervertretern

Der Landesschülervertreter der Gymnasien, Ben Fricke, hatte vergangene Woche die Ankündigung Priens, Distanzunterricht möglichst zu vermeiden, begrüßt. Genau wie die Vorsitzende des Landeselternbeirats der Gymnasien, Pick, appelliert er aber auch dafür, den Schülern in Quarantäne ausreichend Hilfe beim Lernen zukommen zu lassen. Neben den Schutzmaßnahmen in der Schule dürfe auch der Weg zur Schule nicht aus dem Blick geraten, sagte Pick. Andernfalls könnten Schulbusse zu Infektionstreibern werden.

Kritik von GEW

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gehen die Beschlüsse in Teilen nicht weit genug. Drei Tests pro Woche reichen nach Ansicht der GEW nicht aus, es sollte vielmehr täglich getestet werden. Außerdem hätte die Gewerkschaft lieber weniger hohe Hürden zum Wechsel von Präsenz- in den Distanzunterricht.

In Schleswig-Holstein besuchen nach Angaben des Bildungsministeriums fast 362.000 Schüler 794 öffentliche allgemeinbildende Schulen.

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