Stand: 22.07.2020 07:56 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Reisen in Risikogebiete: Prien droht mit Konsequenzen

Das vergangenen Schuljahr ist holperig zu Ende gegangen: Erst gab es gar keinen Unterricht, dann wenig Unterricht für bestimmte Gruppen und strenge Hygienevorkehrungen. Corona wirbelte die Lehrpläne durcheinander und bei Lehrern, Eltern und Schülern war viel Improvisation gefragt. Das soll nun anders werden: Am 10. August startet das neue Schuljahr. Und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) weist Lehrer und Schüler auf mögliche Konsequenzen nach Reisen in Corona-Risikogebiete hin.

Konsequenzen für Lehrer und Schüler

Bei Lehrern, die nach der Rückkehr aus solchen schon vor Reiseantritt als Risikogebiete klassifizierten Regionen in eine vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne müssten und deswegen beim Schuljahresstart am 10. August fehlten, werde dies als unentschuldigtes Fernbleiben betrachtet, sagte Prien. "In der Folge werden die Dienstbezüge einbehalten beziehungsweise das Entgelt wird nicht fortgezahlt." Weiterhin könne dies disziplinarrechtlich geahndet werden. Für tariflich Beschäftigte könne eine Abmahnung die Folge sein.

Ähnliches gilt für Schüler. Wer sich vorsätzlich oder fahrlässig in eine Lage bringe, in der der Schulpflicht nicht nachgekommen werden kann, begehe unter Umständen ein Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden könne. Handle es sich um einen mit den Sorgeberechtigten verbrachten Urlaub, werde vermutlich eher auf die Eltern ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zukommen. Schülern werde dann unentschuldigtes Fehlen im Unterricht angelastet.

Regelmäßigkeit, Normalität und Präsenz

Zuvor hatte Prien gesagt: "Wir müssen Kinder und Jugendliche wieder in die Schulen bringen und zwar möglichst im Präsenzunterricht." Zuvor hatte sie am Montag rund zweieinhalb Stunden mit dem Expertenrat zusammen gesessen, um über das kommende Schuljahr und die Herausforderungen angesichts der Corona-Pandemie zu sprechen.

Man müsse den Schülern so viel Regelmäßigkeit, Normalität und Präsenz wie möglich bieten, sagte Prien. Außerdem erklärte sie: "Wir werden Schulen und Teile von Schulen nur dann schließen im nächsten Schuljahr, wenn es einen regionalen Ausbruch gibt. Wir werden versuchen, die Schulschließungen so klein wie möglich zu lassen. Und wir werden versuchen, so viel wie möglich Präsenzunterricht zu machen." Eltern seien auf einen zuverlässigen Schulbetrieb angewiesen - das sei wesentlich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Trotzdem rate ich dazu, gerade jetzt für den Schulanfang, dass Eltern sehr genau hinschauen, ob ihre Kinder gesund sind. Und wenn es Zweifelsfragen gibt, dann lieber nochmal den Arzt befragen", sagte die Ministerin.

Infektionsgeschehen im Blick behalten

Die Lehrergewerkschaft GEW hingegen bemängelt, dass die Hürden für Lehrkräfte aus Risikogruppen zu hoch seien, um sich vom Präsenzunterricht befreien zu lassen. Als Reaktion darauf, verwies Prien auf die sehr geringe Zahl der Corona-Infektionen im Land. "Man muss das Infektionsgeschehen bei der Frage der persönlichen Risikoeinschätzung durch den Betriebsarzt natürlich berücksichtigen." Außerdem gebe es diverse Schutz- und Hygienemaßnahmen an den Schulen, so Prien.

Eine große Herausforderung sieht sie jedoch darin, die Lernrückstände von Schülern, die während der Schulschließungen entstanden sind, auszugleichen. Kinder, die es besonders schwer hatten, sollten zusätzliche Angebote erhalten, so Prien. "Wir steigern und stärken unsere Bemühungen bei der Digitalisierung in allen Bereichen. Und wir werden auch da in der Lage sein, einfach besser die digitalen Elemente des Unterrichts anzubieten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.07.2020 | 17:00 Uhr

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