Stand: 23.07.2020 17:20 Uhr

Statt Maskenpflicht: Lübeck beschränkt Zugang zu Partyzonen

In der Lübecker Innenstadt gibt es vorerst doch keine Maskenpflicht. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) kündigte jedoch an, dass es stattdessen ab Freitag zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens Zugangsbeschränkungen für zwei Party-Hotspots geben soll. Dann dürfen sich nach Angaben der Stadt in der Clemensstraße nur noch maximal 55 Menschen gleichzeitig aufhalten, auf dem Drehbrückenplatz höchstens 100 Personen.

Bußgeld statt Verwarnung

Polizisten und Ordnungskräfte der Stadt sollen eingreifen, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden. "Wenn das nicht passiert, würden wir keine Verwarnung, sondern ausschließlich Bußgelder auferlegen", sagte Lindenau und begründet die Entscheidung gegen eine Maskenpflicht: Oberstes Ziel sei es, dass sich nicht viele Menschen ansammeln, egal ob mit oder ohne Maske.

Szenen wie am Ballermann in Lübeck

Mehrere Menschen versammeln sich in kleinen Gruppen am Abend am Lübecker Drehbrückenplatz. © Johannes Kahts Foto: Johannes Kahts
Am Drehbrückenplatz hatten viele Menschen ohne Sicherheitsabstand gefeiert und Alkohol getrunken.

Grund für die Maßnahmen in Lübeck: In den vergangenen Wochen war es vermehrt zu Menschenansammlungen in der Lübecker Innenstadt gekommen. Rund 200 junge Menschen hatten dicht an dicht auf den Treppen des Drehbrückenplatzes gefeiert - Szenen wie am Ballermann, die Mindestabstände konnten nicht mehr eingehalten werden.

"Wir leben immer noch in Zeiten einer Pandemie"

Kritik an dem Vorhaben kommt von den Lübecker Fraktionen der Linken und der Partei. Sie fordern eine zeitweise Straßensperre der Untertrave, damit dort die Partymeile zwischen Clemensstraße und Drehbrückenplatz vergrößert werden kann. So könnten die vielen jungen Menschen auf mehr Fläche verteilt und die Abstände einfacher eingehalten werden. Der CDU-Fraktionschef Oliver Prieur sieht strengere Maßnahmen mit gemischten Gefühlen. Einerseits könne er die Feierlaune nach so vielen Entbehrungen verstehen, andererseits gelte: "Wir leben immer noch in Zeiten einer Pandemie."

Schärfere Maßnahmen auch in Büsum?

Rückendeckung für den Lübecker Vorstoß kommt vom Land: Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) betonte, dass Beschränkungen sinnvoll seien, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Auch der Kreis Dithmarschen diskutiert über schärfere Maßnahmen. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein will der Kreis einen Arbeitskreis einrichten, der sich mit dem Thema Maskenpflicht in Büsum befassen wird. Büsums Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje (FWB) denkt weiter über eine Maskenpflicht in der Hauptfußgängerzone seiner Gemeinde nach.

Weitere Informationen
Mehrere Menschen versammeln sich in kleinen Gruppen am Abend am Lübecker Drehbrückenplatz. © Johannes Kahts Foto: Johannes Kahts

Lübeck erwägt Ausweitung der Maskenpflicht

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau ist besorgt, weil das Corona-Abstandsgebot mancherorts nicht eingehalten wird. Er kündigte weitere Maßnahmen und Bußgelder an, sollte sich nichts ändern. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.07.2020 | 16:30 Uhr

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