Stand: 30.01.2020 17:31 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Warnstreiks am UKSH in Kiel und Lübeck geplant

Gebäude mit UKSH Schild. © picture alliance/rtn - radio tele nord Foto: rtn, michel mittelstaedt
Die Gewerkschaft ver.di kündigt Warnstreiks am UKSH in Kiel und in Lübeck an.

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Klinikvorstand am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und ver.di stocken: Fünf Verhandlungsrunden hat es bislang gegeben - alle gingen ohne Ergebnis zu Ende. Vor der nächsten Runde kündigte ein Gewerkschaftssprecher Warnstreiks an. Am kommenden Montag und Dienstag sollen die Mitarbeiter an den beiden UKSH-Standorten in Kiel und in Lübeck die Arbeit niederlegen. Neben den Pflegekräften wurden auch Ärzte zum Ausstand aufgerufen. Die Geduld sei aufgebraucht, sagte ver.di-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt.

Ver.di: Notfallversorgung soll sichergestellt werden

Die Notfallversorgung und die Versorgung von stationären Patienten im UKSH wird nach Angaben der Gewerkschaft sichergestellt. Regeltermine oder vereinbarte Termine, die keinen Notfall darstellen, könnten aber durch den Warnstreik verzögert werden oder ausfallen, hieß es. Auch das Zentrum für integrative Psychatrie (ZIP) wird von dem Warnstreik betroffen sein - mit Ausnahme der stationären Kinderbetten und der geschlossenen Bereiche.

Uniklinikum: Es gebe keine konkrete Forderung von ver.di

"Die Ankündigung des Warnstreiks ist angesichts der konstruktiven Sondierungsgespräche überraschend", sagte UKSH-Pressesprecher Oliver Grieve. Es gebe weder Tarifverhandlungen noch eine konkrete Forderung von ver.di. Das UKSH habe der Gewerkschaft bislang geduldig geholfen, "unsystematisch vorgetragene Personalwünsche zu strukturieren" und auch Ideen für eine Entlastung zu entwickeln, meinte Grieve.

Haustarifvertrag namens "Entlastung"

Das Ziel von ver.di ist, die rund 5.000 Beschäftigten an den Standorten Kiel und Lübeck zu entlasten. Die Pflegekräfte klagen über mehr Aufgaben, weniger Zeit und weniger Personal. So müssten Patienten abgewiesen werden oder könnten nur notdürftig versorgt werden, obwohl sie eine intensive Pflege bräuchten. Bereits seit Ende des vergangenen Jahres verhandeln das UKSH und die Gewerkschaft darüber. Das Klinikum hat angeboten, 182 zusätzliche Pflegekräfte einzustellen. Aus Sicht der Gewerkschaft werden aber 420 Mitarbeiter mehr benötigt, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten.

Die nächste Verhandlungsrunde in dem Tarifstreit ist für den 6. und 10. Februar angesetzt.

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Frau mit ver.di-Logo auf der Wange und Trillerpfeife im Mund. © dpa Foto: Frank May

Wohl vorerst kein Warnstreik am UKSH

Verwirrung nach der gescheiterten Verhandlungsrunde: Nachdem das UKSH mitgeteilt hatte, dass Ver.di einen Aufruf zum Warnstreik zurückgezogen habe, teilte Ver.di mit, es habe nie einen Aufruf zu Warnstreiks gegeben. mehr

Ein Pfleger schiebt ein Bett durch einen Krankenhausflur © dpa/Picture Alliance

UKSH: Nächste Verhandlungsrunde gescheitert

Mehrere Tausende Pflegekräfte am UKSH fordern eine Entlastung bei ihrer Arbeit. Die Verhandlungen für einen neuen Haustarifvertrag kommen nicht voran. Die Gewerkschaft ver.di droht mit Warnstreiks. mehr

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.01.2020 | 17:00 Uhr

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