Stand: 12.02.2020 07:04 Uhr

Warnstreiks: Busfahrer demonstrieren in Kiel

In Kiel waren am Mittwoch 350 Fahrer des öffentlichen Busgewerbes aus ganz Schleswig-Holstein auf der Straße, unterstrichen mit einer Demonstration in der Innenstadt ihre Forderungen im Tarifstreit mit dem kommunalen Arbeitgeberverband. Sie vermissen die Wertschätzung und wollen die gestiegenen Arbeitsbelastungen ausgeglichen bekommen. Die Forderung 2,06 Euro pro Stunde mehr, umgerechnet auf den Monat wären das knap 350 Euro brutto - rückwirkend zum 1. Januar 2020. Seit Dienstagmorgen bleiben wegen des aktuellen Warnstreiks die meisten Busse in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster die Stadtbusse in den Depots. Der Warnstreik soll bis Donnerstag zum Betriebsende dauern. Dazu aufgerufen sind rund 1.500 Beschäftigte.

Verhandlungen gehen Donnerstag weiter

Die Arbeitgeber hatten bei den letzten Verhandlungen ein Drei-Stufen-Angebot über drei Jahre vorgelegt - mit einem Lohnplus von insgesamt rund neun Prozent. Mehr sei nicht möglich, so die Kommunalen Arbeitgeber. Wilfried Kley, Geschäftsführer vom Kommunalen Arbeitgeberverband, verwies zudem darauf, dass im Juli weitere Verhandlungen mit ver.di anstehen - über die Höhe der Zuschläge. "Wenn wir alles machen würden, kämen wir auf Einkommenserhöhungen von 30 Prozent. Zahlen müsste das der Bürger. Und ich sehe nicht, dass dazu die Bereitschaft vorhanden ist", sagt Kley. Am Donnerstag startet die fünfte Verhandlungsrunde in Neumünster.

Kiel: Auch Nachtbuslinien betroffen

Vom Warnstreik nicht betroffen sind im Kieler Umland die Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP), die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) rund um Lübeck und die Busse der Autokraft. Für die 500er und 900er Linien, die von der Autokraft geleistet werden, gibt es einen aktuellen Fahrplan. Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) geht davon aus, dass am Mittwoch und Donnerstag in Kiel alle Busse - einschließlich der Nachtbuslinien - ausfallen werden. Die KVG befördert nach eigenen Angaben normalerweise täglich 120.000 Menschen. Der Stadtverkehr Lübeck hat eigenen Angaben zufolge täglich etwa 100.000 Fahrgäste.

In Flensburg ist es kompliziert

Komplizierter ist es in Flensburg: Alle Stadtbuslinien außer der Linie 13 sind betroffen, zum Teil werden die Linien aber von Subunternehmen bedient, die nicht streiken. Heißt: zum Teil fahren die Busse, aber eben unregelmäßig. Eine genaue Übersicht gibt es hier.

Zusätzlich streikt auch die Priwall-Fähre. Es gibt einen Notfahrplan - alle Stunde nimmt die Fähre Personen und Radfahrer mit. Autos allerdings nicht.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.02.2020 | 06:00 Uhr

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