Toter Schweinswal vor Grömitz: Mann aus NRW meldet sich

Stand: 28.07.2021 08:59 Uhr

Mehrere Menschen sollen einen kleinen Schweinswal bei Grömitz eingekesselt und gefangen gehalten haben. Der Schweinswal starb, die Staatsanwaltschaft startete einen Zeugenaufruf.

Nach dem Tod eines Schweinswals am Strand von Grömitz (Kreis Ostholstein) ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Mann aus Nordrhein-Westfalen. Er hat sich nach einem Zeugenaufruf gemeldet und gesagt, er sei einer der Erwachsenen gewesen, die bei dem Tier im Wasser waren.

Was ist passiert?

Vor zweieinhalb Wochen hatten mehrere Badende das Tier eingekesselt und festgehalten. Mehr als 20 Kinder sollen nach Polizeiangaben von Erwachsenen ins Wasser gerufen worden sein, um den Schweinswal umarmen und streicheln zu können - und dabei Selfies zu machen. Beobachter berichteten, dass das etwa ein Meter lange Tier zunächst noch agil gewesen, dann aber schwächer geworden sei. Schlussendlich sei es im Badegebiet verendet.

Schweinswal hatte Herz- und Lungenwürmer

Schweinswale gehören zu den streng geschützten und stark gefährdeten Tierarten, daher wurde der Wal im Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum seziert. Dabei stellte die zuständige Ärztin fest, dass der Schweinswal Herz- und Lungenwürmer hatte. Die Ärztin schließt aber nicht aus, dass der Wal aufgrund des Kontakts mit Menschen verendet ist. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, da streng geschützte Tiere nicht gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen. Den Tätern drohen hohe Haft- oder Geldstrafen.

Weitere Informationen
Zwei Personen halten einen Schweinswal im Wasser fest. © Polizeidirektion Lübeck

Grömitz: Schweinswal verendet - Kontakt mit Menschen schuld?

Mehrere Erwachsene sollen einen kleinen Schweinswal im Badegebiet in der Lübecker Bucht eingekesselt haben, damit Kinder ihn streicheln konnten. mehr

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.07.2021 | 07:00 Uhr

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