Stand: 15.09.2020 21:09 Uhr

Tödlicher Bahnunfall: Schwere Vorwürfe der Feuerwehr

Nach dem schweren Unfall auf einem unbeschrankten Bahnübergang auf der Strecke Heide - Neumünster, bei dem am späten Dienstagvormittag ein Autofahrer ums Leben gekommen ist, erhebt die Feuerwehr schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn. Nach derzeitigem Stand der Polizei war der 70 Jahre alte Mann auf den Bahnübergang gefahren, offenbar ohne den herannahenden Zug zu sehen oder dessen Signale zu hören. Für den Wehrführer der Heider Feuerwehr, André Eichert, ist die Bahn mitverantwortlich. Es war nicht der erste Unfall an einem unbeschrankten Übergang, wie er sagte.

Feuerwehr sieht erhöhte Unfallgefahr

Laut Eichert musste die Heider Feuerwehr in diesem und im vergangenen Jahr allein wegen solcher Unglücke vor diesem Unfall drei Mal ausrücken. Zwei Mal habe es auf dieser Strecke von Heide nach Neumünster Tote gegeben. "Letzten Endes können wir es überhaupt nicht nachvollziehen, dass die DB Netz AG hier keinen Unfallschwerpunkt sieht", sagt Eichert: "Wir als Einsatzkräfte, die hier immer wieder tätig sind, wir sehen diesen Unfallschwerpunkt." Im Juni 2019 war ein Auto von einem Zug der Nordbahn erfasst worden, im August 2019 kollidierte eine Lok mit einem Pkw - in beiden Fällen an einem unbeschrankten Bahnübergang, in beiden Fällen wurden die Fahrer getötet.

Bahn will nach Unfall nachrüsten

Feuerwehrleute untersuchen einen Bahnwaggon nach einer Kollision eines Autos mit einer Regionalbahn an einem unbeschrankten Bahnübergang auf der Strecke Heide Neumünster. © Westküstennews Foto: Florian Sprenger
Die Feuerwehr Heide sieht die Deutsche Bahn in der Mitverantwortung für den schweren Unfall auf der Strecke Heide - Neumünster.

Am Abend teilte die Deutsche Bahn mit, dass sie bei dem Übergang nachrüsten will. Der Konzern will dort nach eigenen Angaben Schranken anbringen und eine Ampel aufstellen. Wann die Deutsche Bahn umbauen will, dazu sagte sie bisher nichts. Der Stadt Heide liegen nach Angaben eines Sprecher Informationen vor, wonach der Konzern in drei bis vier Jahren starten will. Das dauert der Stadt zu lange. Der Heider Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (SPD) kündigte an, er wolle sich dafür einsetzen, dass der Bahnügergang schneller umgebaut wird.

Autofahrer starb am Unfallort

Der Zug am Dienstagvormittag hatte den Pkw trotz Notbremsung mit voller Wucht erwischt und schleuderte ihn auf ein angrenzendes Feld. Der 70-Jährige sei noch an der Unfallstelle gestorben, teilte die Feuerwehr mit. Die 17 Insassen des Zuges blieben nach ersten Erkenntnissen unverletzt. Der Triebfahrzeugführer erlitt einen Schock. Die Bahnstrecke zwischen Heide und Hohenwestedt war bis 16 Uhr gesperrt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.09.2020 | 20:00 Uhr

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