Ein Schild weist auf eine Bushaltestelle hin. © dpa-Zentralbild/dpa Foto: Stefan Sauer

Streiks im privaten Busgewerbe gehen nächste Woche weiter

Stand: 18.10.2022 20:29 Uhr

Erst in der vergangenen Woche endete der bislang längste Warnstreik im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Omnibusverband Nord. Statt weiterer Verhandlungen wurde am Dienstag erneut gestreikt. Und auch für die kommende Woche sind bereits Ausstände angekündigt.

Eigentlich sollte am Dienstag weiter über einen neuen Tarifvertrag im privaten Busgewerbe verhandelt werden. Doch wie der Geschäftsführer des Omnibusverbandes Nord (OVN), Joachim Schack, auf Anfrage bekräftigte, bleiben die Arbeitgeber bei der Devise: Wir verhandeln nicht, während gestreikt wird. Unmittelbar nachdem die Gewerkschaft erneut zum Streik aufgerufen hatte, wurde der geplante Verhandlungstermin deshalb abgesagt.

Verdi: "Das werden wir auf keinen Fall akzeptieren"

Ver.di-Sprecher Frank Schischefsky verteidigte das Vorgehen der Arbeitnehmerseite: "Wir wollen den Arbeitgebern zwei Signale senden. Erstens: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Vereins werden für ihre Rechte kämpfen. Zweitens: Sie werden für ihre Rechte kämpfen, wann sie es wollen und nicht, wann die Arbeitgeber erst wollen." Die Gewerkschaft sei auch am Dienstag verhandlungsbereit gewesen. Die Arbeitgeber würden falsche Argumente vorschützen, so Schischefsky: "Sie behaupten, sie müssten an Streiktagen in den Betrieben sein. Das ist natürlich völlig an den Haaren herbeigezogen. Das kann nicht stimmen. [...] Das werden wir auch auf keinen Fall akzeptieren."

Gleichzeitig warf OVN-Vorsitzender Klaus Schmidt der Gewerkschaft in einer Mitteilung vor, den Verhandlungstermin vorsätzlich mit Streiks torpediert zu haben und so ein "dringend notwendiges Fortkommen im Tarifstreit" unmöglich gemacht zu haben.

Weitere Informationen
In Hannover ist die Beschilderung einer Ersatzhaltestelle für Linienbusse zu sehen. © NDR Foto: Julius Matuschik

Autokraft: Verkehrsmeldungen

Aktuelle Infos zu Fahrplanänderungen und Meldungen zu Verkehrsbehinderungen der Busgesellschaft Autokraft. extern

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 1,95 Euro mehr pro Stunde für die Fahrerinnen und Fahrer und doppelt so viel für die Werkstattmitarbeitenden. Dem Omnibusverband ist das zu viel: Die Situation sei für die Betriebe durch die hohe Inflation und die Kraftstoff- und Energiepreisentwicklung schon kompliziert genug.

Ver.di kündigt Streik auch für kommende Woche an

Die Aussicht auf eine baldige Einigung scheint aber eher hoffnungslos, denn: Schon jetzt hat ver.di den nächsten landesweiten Warnstreik angekündigt. Er soll in der nächsten Woche - nach den Herbstferien - stattfinden und fünf Tage dauern.

 

Die bisherige Entwicklung im Tarifstreit
Ein Bus der Kieler Verkehrs Gesellschaft (KVG), in dem Verdi-Plakate hängen, blockiert die Einfahrt zum Busdepot. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Busfahrer-Streik in SH geht ab Dienstag weiter

Die Buspendler im Land brauchen weiter gute Nerven: Ver.di hat ihre Mitglieder aufgerufen, ab Dienstag wieder zu streiken. mehr

Ein Bus der Firma Autokraft steht hinter einem Schild mit der Aufschrift "Warnstreik". © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

Fünf Tage Busfahrer-Streik in SH - nächste Woche neue Verhandlungen

Bis Freitagabend sollen die Busse der privaten Betriebe nicht fahren. Statt neuer Tarifgespräche demonstrierten die Beschäftigten am Montag in Kiel. mehr

Leere Bushaltestellen in Rendsburg. © Daniel Friederichs Foto: Daniel Friederichs

Erneuter Streik im privaten Busgewerbe - Demo in Kiel

Tag 2 im Streik der privaten Busunternehmen in SH: Wieder fielen vor allem Verbindungen auf dem Land aus. Am Vormittag wurde demonstriert. mehr

Ein Bus der Firma Autokraft steht hinter einem Schild mit der Aufschrift "Warnstreik". © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

Bus-Streik auch bei Autokraft: Landesweit fallen Fahrten aus

Der zweitägige Warnstreik im privaten Busgewerbe wird noch bis zum Betriebsende am Sonnabend andauern. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.10.2022 | 09:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Öffentlicher Nahverkehr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Eine handvoll Torf. © NDR

Torf: Die Suche nach einem Ersatz

Im Gartenbauzentrum in Ellerhoop forschen sie nach einer Alternative für Torf - diese zu finden, scheint aber fast unmöglich. mehr

Videos