So teuer ist ein Strandtag in Schleswig-Holstein 2025

Stand: 02.05.2025 11:17 Uhr

Ein Trip an den Strand von Nord- und Ostsee wird teurer. Viele Orte haben Kurabgabe oder Strandgebühr erhöht. Wer einen Strandkorb mieten will, muss ebenfalls tiefer in die Tasche greifen.

von Hauke Bülow

Wer in diesem Jahr an die Küste fährt, muss mancherorts tiefer in die Tasche greifen. Eine Umfrage von NDR Schleswig-Holstein unter den Strandgemeinden zeigt, in zahlreichen Orten steigen nicht nur die Kurabgaben, sondern auch die Mieten für Strandkörbe. Dazu kommt: Mancherorts zahlen auch Tagesgäste für die Nutzung des Strandes.

Kurabgabe fällt zum Teil auch für Tagesgäste an

Zwar unterscheidet sich die Abgabenpraxis von Ort zu Ort, doch viele Gemeinden in Schleswig-Holstein bitten auch Tagesgäste zur Kasse. Wer zum Beispiel in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland), Sierksdorf (Kreis Ostholstein) oder auf Sylt den Strand nutzen will, muss eine Kurabgabe entrichten. In der Hauptsaison liegt sie aktuell meist zwischen 3,00 und 4,00 Euro pro Person und Tag. In Sierksdorf etwa wurde die Kurabgabe für 2024 deutlich erhöht: Von 2,60 auf 3,10 Euro pro Tag für Übernachtungsgäste in Strandnähe. Für Tagesgäste an den Strandzugängen wird sogar eine eigene "Strandkurabgabe" fällig - bis zu 3,80 Euro pro Person in den Sommermonaten.

Die neue Seebrücke an der Ostsee in Haffkrug, Scharbeutz, bei Sonnenwetter, zwei Strandkörbe stehen davor im Sand. © picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde Foto: pChristian Ohde
In einigen Küstenorten sind die Mietpreise für Strandkörbe gestiegen.

In Eckernförde hingegen wird seit Jahren keine Strandgebühr erhoben, dort zahlen Gäste nur die Übernachtungskurabgabe. 3 Euro werden fällig. Auf Amrum und Föhr wurde die Kurabgabe von 2,60 auf 3,50 Euro erhöht. Das Amt Föhr-Amrum verweist auf gestiegene Kosten für Personal und Infrastruktur. Auffällig: In Neustadt sind die Strandgebühren für Tagestouristen in der Hauptsaison um 40 Cent gesunken, auf jetzt 2,70 Euro.

Auch Preise für Strandkörbe steigen

Wer sich einen Strandkorb mieten möchte, muss zum Teil ebenfalls etwas mehr bezahlen. In St. Peter-Ording kostet ein Tageskorb zwischen 10 und 12 Euro, je nach Saisonzeit. Anders als die Kurabgabe sind die beliebten Strandkörbe in "SPO" nicht teurer geworden. In Eckernförde werden nun allerdings 13 statt bisher 12 Euro fällig. In Husum ist der Tagespreis mit 10 Euro gleich geblieben, ab 15 Uhr gibt es den Korb für 6 Euro. Auf Sylt wurden die Strandkorbpreise um einen Euro auf bis zu 19 Euro pro Tag angehoben. Und auch in Neustadt sind Strandkörbe leicht teurer geworden. Die Gemeinden betonen allerdings, dass sich die Kosten je nach Vermieter unterscheiden.

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Gemeinden: Einnahmen decken nicht die Ausgaben

Mit den Einnahmen aus Kurabgabe und Strandnutzungsgebühr finanzieren die Strandgemeinden unter anderem den Rettungsdienst am Strand, die Reinigung, Sanitäranlagen, Promenadenpflege oder auch Veranstaltungen. Dennoch betonen viele Orte: Die Einnahmen reichen meist nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. In Großenbrode (Kreis Ostholstein) etwa bleibt ein finanzielles Minus, trotz gestiegener Kurabgabe von 3 Euro auf 3,50 Euro. Die Stadt Neustadt in Holstein deckt nach eigenen Angaben etwa zwei Drittel seiner Ausgaben im Kurbereich mit den Einnahmen der Gäste, das restliche Drittel kommt aus der Stadtkasse.

Was ein Strandtag in Schleswig-Holstein kostet

Ein Tag am Strand für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern kann somit schnell 20 Euro und mehr kosten - ohne Parkplatz oder Gastronomie. Doch auch die Parkgebühren sind vielerorts teurer geworden. Das hat vor kurzem eine NDR Umfrage ergeben. Tagesgäste und Urlauber dürften die gestiegenen Kosten aber vermutlich nicht abschrecken. Im vergangenen Jahr zählten Hotels, Pensionen und Campingplätze so viele Übernachtungsgäste wie nie zuvor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.05.2025 | 08:00 Uhr

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Tourismus

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