Stand: 06.12.2018 19:40 Uhr

Simulator modernisiert: Marine übt für Ernstfall

Er ist einer der modernsten Schiffssimulatoren Europas, steht auf dem Gelände der Marineschule Mürwik in Flensburg und ist nun wieder in Betrieb. Drei Jahre haben Ingenieure und Programmierer an der Anlage gearbeitet und getestet. Seit Donnerstag können Offiziersanwärter dort den Umgang mit allen Kriegsschiffstypen der Marine lernen.

Ein Mann sitzt an Schiffssimulator.

Marineschule mit modernstem Schiffssimulator

Schleswig-Holstein Magazin -

Die Marineschule Mürwik in Flensburg hat ihren Schiffssimulator auf den neuesten Stand gebracht: Auf sechs Brücken können Offiziersanwärter jetzt gleichzeitig den Gefechtseinsatz simulieren.

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Ausbildung nah an der Realität

Die "Ausbildungsausstattung Nautische Schiffsführung" (AANS), wie der Simulator offiziell heißt, umfasst insgesamt sechs nachgebildete Schiffsbrücken. Jeder Raum ist etwa 20 Quadratmeter groß, auf mehreren Bildschirmen wird das Geschehen "draußen" auf See simuliert. Modernstes Brückendesign, die Verfügbarkeit aller in der Marine genutzten Navigationsanlagen sowie die hochauflösende Grafik der Bildschirme ermöglichten eine fordernde und vor allem auch praxisnahe Ausbildung. "Hier werden aber keine Kampfszenarien durchgespielt", sagt Fregattenkapitän Jürgen-Friedrich Jensen und fügt an: "Ins Gefecht zu fahren, ist das Eine. Unfallfrei dort anzukommen, das Andere."

Ausbildungssimulator der Marine wieder in Betrieb

Alle Schiffstypen können simuliert werden

Bis zu 600 Nachwuchskadetten und Schiffsbesatzungen der Marine sollen in Zukunft pro Jahr an der Marineschule Mürwik aus- und fortgebildet werden. Bislang waren es nur 150. Nach Angaben der Bundeswehr kann das Fahrverhalten aller Schiffstypen der deutschen Marine simuliert werden. Bereits am kommenden Montag sollen die ersten Offiziere mit ihren Lehrgängen an dem Simulator starten.

Kommandeur: "Erneuerung des Simulators ein Quantensprung"

Für den Kommandeur der Marineschule, Wilhelm Tobias Abry, stellt die "Erneuerung des Simulators einen Quantensprung dar. "Die See ist unnachgiebig, wenn Fehler gemacht werden", sagt der Kapitän zur See. Hier in der Simulation könnten und sollten Fehler gemacht werden, um daraus zu lernen. Die Modernisierungskosten belaufen sich auf mehrere Millionen Euro. "Ein echter Schaden an einem Kriegsschiff ist mit Sicherheit teurer als dieser Simulator", erklärt ein Bundeswehrsprecher.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.12.2018 | 22:00 Uhr

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