Stand: 06.09.2020 06:00 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Schrott wird schick: Bautagebuch der "Peking"

Mit der Überführung der "Peking" nach Hamburg geht ein ganz besonderer Auftrag für die Peters Werft in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) zu Ende: Drei Jahre lang haben Ingenieure, Werftarbeiter und Mitarbeiter von Fachfirmen an der Viermastbark gearbeitet. Sie mussten einige Stellen komplett erneuern, konnten aber auch viele Teile im Original erhalten. Im Bautagebuch blicken wir auf einige Meilensteine der Sanierung zurück.

2017: Ankunft an der Stör

17. August: Normalerweise reparieren sie Megajachten, Behördenschiffe oder Ausflugsdampfer - jetzt soll die Peters Werft den einst schnellsten Frachtsegler der Welt wieder flott machen. Hunderte Interessierte stehen an den Deichen in Schleswig-Holstein, als die "Peking" im August 2017 nach Wewelsfleth kommt. An der Werft wird das marode Schiff mit einem Feuerwerk begrüßt.

4. September: Zwei Schlepper ziehen die "Peking" ins Trockendock der Werft. Dort wartet nun eine monatelange Renovierung auf das Schiff.

2018: Wieder Wasser unterm Kiel

6. März: Ein deutsch-dänisches Team restauriert mit traditionellen Techniken die Takelage - so etwas gibt es heutzutage nur noch selten zu sehen.

7. September: Nach der Grundsanierung des Unterwasserschiffs ziehen zwei Schlepper den Traditionssegler aus dem Trockendock der Peters Werft in Wewelsfleth in die Stör - unter den Augen vieler Schaulustiger.

2019: Die Masten sind zurück

15. Januar: Anfang 2019 ist erst die Hälfte der Sanierung geschafft. Die Arbeiten sind laut, staubig, körperlich anstrengend und teuer. Beim Bau und bei späteren Reparaturen wurden teilweise giftige Substanzen verwendet. Die Entsorgung sowie bauliche Veränderungen, um die "Peking" zum Beispiel barrierefrei zu machen, treiben die Kosten deutlich in die Höhe.

27. Mai: Die Masten waren in gutem Zustand und können - natürlich frisch lackiert - wieder gesetzt werden.

24. Juni: Aus dem Trockendock zurück in die Stör - die "Peking" hat wieder Wasser unterm Kiel. Mit dem Hochwasser der Stör um 8.25 Uhr ziehen Schlepper den Viermaster an den Ausrüstungspier.

30. August: In New York war die "Peking" ein Museumsschiff und teilweise zugänglich - in Deutschland soll sie das erst werden. Ende August 2019 dürfen auf der Werft zum ersten Mal interessierte Besucher an Bord. Noch ist es aber eher eine Baustellen-Führung.

2020: Arbeit in luftiger Höhe

18. Januar: Die Restaurierung wird noch einmal teurer als bislang bekannt. Der Hamburger Senat rechnet Anfang 2019 bis zur Rückkehr des Seglers mit Mehrkosten von rund drei Millionen Euro.

3. Februar: Die Arbeiter montieren die Teile an der "Peking", die sie zum sogenannten Rah-Segler machen: die Rahen hoch oben im Mast. An diesen Querstreben hingen früher die Segel.

15. März: Chef-Rigger Georg Albinus und sein Team arbeiten weiter in luftiger Höhe. Ein Kran hebt die fünf Tonnen Stahl nach oben und dann heißt es Teamarbeit: Kranfahrer, die Mannschaft im Mast und die Leute am Boden bringen zusammen die Rah mit Führungsleinen in Position.

5. Mai: Die Crew kann die Rahen zum ersten Mal bewegen - mit alter Technik.

15. Mai: Die Werftarbeiter sind weitgehend fertig mit der Restaurierung. Deshalb wechselt offiziell das Kommando: Projektleiter Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim geht von Bord. Die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH), die das Schiff ausstellen will, übernimmt.

11. Juni: Die "Peking" soll für so viele Menschen wie möglich zugänglich sein - auch für Menschen mit Einschränkungen. Deshalb bekommt das Schiff auch einen Fahrstuhl.

VIDEO: "Peking" wird zum Museumsschiff (3 Min)

14. August: Was passiert, wenn alle Besucher auf der "Peking" plötzlich auf eine Seite laufen? Das Schiff wird sich dann neigen, darf aber nicht kippen. Die Werftarbeiter testen das bei einem sogenannten Krängungstest.

VIDEO: Krängungstest: Wie neigt sich die "Peking"? (3 Min)

7. September: Gegen 5.45 Uhr legt die "Peking" an der Werft ab. Der Projektleiter persönlich und eine kleine Crew bringen das Schiff zurück nach Hamburg - 88 Jahre, nachdem die "Peking" zuletzt dort war. NDR.de zeigt das Schleppmanöver im Livestream.

Weitere Informationen
Der Blick von einem Mast der "Peking" auf die Elbe. © NDR

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.09.2020 | 19:30 Uhr

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