Stand: 18.11.2019 15:25 Uhr

Problemwolf ist nach Osten weitergezogen

Ein Wolf steht im Wald. © picture alliance Foto: Patrick Pleul
Der sogenannte Problemwolf mit der Kennung GW924m hat das festgelegte Entnahmegebiet in Südholstein offenbar verlassen.

Der sogenannte Problemwolf hat wahrscheinlich sein Revier in Südholstein in Richtung Osten verlassen - und darf daher vorerst nicht gejagt werden. Der Rüde mit der Kennung GW924m ist sehr wahrscheinlich nach Mecklenburg-Vorpommern weitergezogen. Eine DNA-Probe hatte am 15. November bestätigt, dass GW924m am 26. Oktober bei Grambow/Schwerin Nutztiere gerissen hat, wie das Umweltministerium in Kiel mitteilte. Zuvor waren ihm durch DNA-Tests bereits Risse in Ostholstein zugeordnet worden.

Der Wolf ist für eine Reihe von Nutztierrissen in Schleswig-Holstein auch hinter Herdenschutzzäunen verantwortlich und durfte bis jetzt im Rahmen einer Allgemeinverfügung in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg von registrierten Jägern geschossen werden. Diese Allgemeinverfügung soll nun zum nächstmöglichen Zeitpunkt außer Kraft gesetzt werden. Die Jäger sollten nach Ministeriumsangaben aber bereits ab sofort die Bemühungen zur "Entnahme des Tieres" einstellen.

Enger Austausch mit Mecklenburg-Vorpommern

"Wir stehen in engem Austausch mit den Behörden in Mecklenburg-Vorpommern und werden seine weiteren Bewegungen so genau wie möglich nachverfolgen", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Das spezielle Verhalten von GW924m, der immer wieder auch Herdenschutzzäune überwindet, sei eine große Herausforderung für die Nutztierhalter sowie für das Wolfsmanagement, so der Minister.

In der Nähe von Ahrensbök (Kreis Ostholstein) hatte der Wolf vor rund einem Monat zwei Schafe gerissen, die sich nicht hinter einem wolfsicheren Zaun befanden. Das hätte eine DNA-Analyse ergeben, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Ob ein weiterer Nutztierriss am 31. Oktober in Stockelsdorf im Kreis Ostholstein ebenfalls auf das Konto von GW924m geht, wird nach Angaben des Ministeriums noch geprüft.

Vorher hatte der Wolfsrüde in den Kreisen Steinburg, Pinneberg und Segeberg etliche Tiere auch hinter speziellen Herdenschutzzäunen gerissen. Deshalb ist der sogenannte Problemwolf in diesem Gebiet seit Ende Januar zum Abschuss freigegeben.

Risse trotz Herdenschutzzäunen

Obwohl der Wolf eine streng geschützte Art ist, kann er unter bestimmten Umständen abgeschossen werden - wenn zum Beispiel ein Wolf mehrfach spezielle Schutzzäune überwindet und Nutztiere reißt. Dann gilt er als sogenannter Problemwolf - und darf "entnommen" werden, wie es offiziell heißt. Das ist aus Sicht des Umweltministeriums bei GW924m der Fall. "Eine Schadensprognose hat ergeben, dass in der betroffenen Region erhebliche wirtschaftliche Schäden drohen", heißt es in der Allgemeinverfügung des Landes. "Zumutbare Alternativen zur Entnahme des Wolfes bestehen nicht."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.11.2019 | 16:00 Uhr

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