Stand: 24.01.2020 20:25 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Nord-Ostsee-Kanal: Weniger Schiffe und Ladung

Der Nord-Ostsee-Kanal verbindet die Nordsee (Elbmündung) mit der Ostsee (Kieler Förde).

Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) gehört zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Aber das vergangene Jahr war kein gutes für den NOK. Insgesamt wurden 2019 mit knapp 83,5 Millionen Tonnen rund vier Millionen Tonnen Ladung weniger auf dem Kanal transportiert als noch 2018. Das entspricht einem Rückgang von 4,6 Prozent. Die Zahl der Schiffe sank im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 28.797 - auch eine Folge der immer größeren Frachter. Die Entwicklung insgesamt sei aber "keine Entwicklung, die wirklich dramatisch ist", sagte der Leiter der Abteilung Schifffahrt der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Jörg Heinrich.

Ausfall der Schleuse in Kiel-Holtenau

"Der Nord-Ostsee-Kanal ist ein zuverlässiger Verkehrsträger", sagte der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, zur Jahresbilanz. Havarien habe es zwar auch 2019 gegeben. Keine davon habe aber nachhaltige Auswirkungen auf die Befahrbarkeit gehabt.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) benennt neben der konjunkturellen Entwicklung den zweimaligen Ausfall der Schleuse in Kiel-Holtenau über mehrere Wochen als Grund für den Ladungsrückgang und die geringere Zahl an Schiffen. Für 2020 sind aber laut Heinrich keine längeren Sperrungen für Instandhaltungsarbeiten an den alten Schleusenanlagen geplant. Er rechnet mit einem tendenziell steigenden Preis für Bunkeröl und erwartet auch deshalb für das laufende Jahr ein moderates Wachstum der Schifffahrt auf dem Kanal.

Blick von oben auf den Nord-Ostsee-Kanal in einer grünen Landschaft. © NDR

Nord-Ostsee-Kanal: Bilanz und Ausbau

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Im vergangenen Jahr passierten weniger Schiffe mit weniger Ladung den Nord-Ostsee-Kanal. Die Wasserstraßen- und Schifffahrsverwaltung setzt auf eine Modernisierung der Wasserstraße.

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Investitionen von zwei Milliarden Euro geplant

Bis Ende des Jahrzehnts will der Bund etwa zwei Milliarden Euro in die Modernisierung der Wasserstraße quer durch Schleswig-Holstein investieren. Allein für den Ausbau der Oststrecke bei Kiel sind im Bundeshaushalt 500 Millionen Euro veranschlagt. Im Januar sind erste Rodungen erfolgt. Der Ausbau werde der Schifffahrt deutliche Vorteile bringen, sagte Witte.

In den nächsten Jahren wird die Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals auf eine sogenannte Mindestsohlbreite von 70 Metern erweitert; bisher sind es 44 Meter. Dazu wird auf einer Länge von etwa elf Kilometern die Kanalböschung ausgebaut, enge Kurven werden abgeflacht. Von 1965 bis 2001 waren die Weststrecke von Brunsbüttel bis zur Weiche Königsförde auf eine Sohlbreite von 90 Meter erweitert worden.

Viele Baustellen am Nord-Ostsee-Kanal

Der Abschluss des Neubaus der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) zieht sich hingegen weiter hin. Eigentlich sollte die Kammer 2024 fertig sein, nun wird es laut WSV erst 2026 soweit sein. Kostenpunkt: 830 Millionen Euro. Danach wird eine der alten Anlagen saniert.

Auch in Kiel wird es noch dauern, bis die Schleusenkammern saniert sind. Gegen die Pläne für eine neue kleine Schleuse in Kiel hat es 27 Einwendungen gegeben. Noch im ersten Quartal ist ein Erörterungstermin geplant. Das Projekt ist mit 315 Millionen Euro veranschlagt.

Gleiches gilt für den Ersatz der Levensauer Hochbrücke: Die eigentlichen Brückenbauarbeiten beginnen laut WSV 2021 und dauern dann etwa fünf Jahre. Die neue Schwebefähre in Rendsburg soll voraussichtlich im Herbst ihren Betrieb aufnehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.01.2020 | 17:00 Uhr

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