Absterbende Moorbirkenstämme spiegeln sich im Wasser im Himmelmoor bei Quickborn.  Foto: Anja Deuble

Moore in Schleswig-Holstein sollen Klimaretter werden

Stand: 17.08.2021 15:30 Uhr

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will trockengelegte Moore wieder unter Wasser setzen. Dadurch soll das klimaschädliche Gas Kohlendioxid gebunden werden.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will trockene Moore zu Kohlendioxid-Speichern machen. Bis 2030 soll auf etwa 20.000 Hektar entwässertem Moorboden wieder der optimale Wasserstand hergestellt werden. Das teilte die Stiftung in Vaalermoor (Kreis Steinburg) mit. Nach Angaben der Naturschützer sind Moore die effektivsten Kohlenstoffspeicher der Welt. Ein Hektar Moor könne bis zu sechs Mal soviel Kohlenstoff speichern wie ein gleichgroßer Wald. Entscheidend dafür ist, dass die Torfmoose permanent feuchten Boden unter sich haben und wachsen können. Dann können die Pflanzen CO2 speichern.

700.000 Tonnen CO2 jährlich speichern

Durch ihre Trockenlegungen würden Moore aber statt CO2 zu binden, das Gas abgeben. Fast sieben Prozent aller Treibhausgas-Emissionen Deutschlands kämen aus entwässerten Moorgebieten. Das will die Stiftung Naturschutz jetzt wieder umkehren. Bereits in der Vergangenheit hatte die Stiftung Moorgebiete renaturiert. Zusammen mit den neuen Flächen sollen die CO2-Emissionen um 700.000 Tonnen jährlich gesenkt werden. Das entspricht etwa der Menge, die die rund 90.000 Einwohner der Stadt Flensburg im Jahr produzieren.

Künstliche Entwässerung verändern

Damit die Stiftung ihr Ziel erreichen kann, will sie künstliche Entwässerungssysteme, wie Gräben und Drainagen, so verändern, dass die Boden-Oberfläche möglichst ganzjährig nass bleibt. Positiver Nebeneffekt: Dadurch würden zugleich Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen, erläuterte Geritt Werhahn, Leiter des Kompetenzteams Biologischer Klimaschutz.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.08.2021 | 16:00 Uhr

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