´Demonstranten laufen mit einem Plakat durch Kiel, auf dem steht: "Ein Jahr Lockdown-Politik: Stop". © NDR

Mehr als 630 Anti-Corona-Demonstrationen in SH in einem Jahr

Stand: 15.03.2021 11:53 Uhr

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat die Landespolizei mehr als 630 Demonstrationen in Schleswig-Holstein mit Corona-Bezug gezählt. Ein Großteil der Demos richtet sich gegen die Einschränkung der Grundrechte.

"Schluss mit dem Lockdown", "Frieden, Freiheit, keine Diktatur" oder einfach nur "Es reicht uns!". Mit diesen oder ähnlichen Sprüchen demonstrieren in Schleswig-Holstein immer öfter Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen von Bund und Land. Corona-Kritiker haben sich beispielsweise am vergangenen Sonnabend auf der Reventlouwiese in Kiel getroffen. Über die Zahl der Demonstranten gehen die Angaben auseinander. Die Polizei sprach von 900 Menschen, die Veranstalter von 3.000, NDR-Reporter vor Ort schätzen, dass etwa 1.500 Teilnehmer dabei waren. Laut Polizei gab es etwa 200 Gegendemonstranten. Wenig später zogen die Corona-Kritiker vom Treffpunkt durch den Stadtteil Düsternbrook und über die Holtenauer Straße zurück zur Kiellinie. Viele der Demonstranten trugen laut Polizei keine Masken. Die Beamten kontrollierten mehr als 80 Atteste zur Maskenbefreiung. Nach Angaben eines Sprechers wurden die Sicherheitsabstände im Demonstrationszug eingehalten. Zeitgleich zu der Aktion in Kiel fanden auch in anderen Landeshauptstädten in Deutschland ähnliche Aktionen statt.

Mehr als 630 Demonstrationen mit Bezug zur Corona-Pandmie

Die Landespolizei Schleswig-Holstein beobachtet Demonstrationen der Corona-Kritiker genau. "Seit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 haben wir mehr als 630 Demonstrationen mit Corona-Bezug gezählt", erläutert der Sprecher der Landespolizei Schleswig-Holstein Dennis Schneider. Neben stationären Kundgebungen, zum Beispiel vor dem Kieler Landeshaus, gab es nach seinen Angaben auch zahlreiche Demonstrationszüge durch Innenstädte. Vor allem die Zahl der Autokorsos nahm laut Polizeisprecher Schneider in den vergangenen Wochen zu.

Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Lagern

Besonders viele Aktionen zählte die Landespolizei in Kiel, Lübeck, Bargteheide, Bad Oldesloe, Henstedt-Ulzburg, Rendsburg und Itzehoe. "Ein Großteil der Proteste richtet sich gegen die Einschränkungen der Grundrechte", sagt Landespolizeisprecher Schneider. Wer genau hinter den Anmeldungen der Demonstrationen steckt, ist nach seinen Angaben nicht immer ersichtlich. Gleiches gilt für die Teilnehmer an den Demos. Esoteriker vermischen sich mit sogenannten Querdenkern, Corona-Leugnern und Kritikern der Corona-Schutzmaßnahmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.03.2021 | 17:00 Uhr

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