Ein Hinweisschild hängt an einem Gehweg auf am Gelände der imland Klinik Rendsburg. © picture alliance / dpa Foto: Carsten Rehder

Lösung für Imland-Klinik in Sicht: Standorte sollen bleiben

Stand: 24.01.2022 12:00 Uhr

Die Imland-Klinik soll ihre Standorte in Rendsburg und Eckernförde offenbar behalten. Nachdem sich bereits im Rendsburger Kreistag eine Mehrheit für die Pläne der Klinik abzeichnete, hat auch die Landesregierung ihre Unterstützung zugesagt.

Kern des Konzepts der Klinik ist die Sicherung beider Standorte. So soll in Eckernförde eine Klinik mit einem modernen internistisch-altersmedizinischen sowie psychiatrischem Schwerpunkt etabliert werden. Zugleich soll am Standort Rendsburg die Geburtsmedizin ausgebaut werden. Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erklärte, dass der operative Betrieb am Standort Eckernförde eingestellt werde. Zugleich werde jedoch ein ambulantes Versorgungszentrum auch für Notfälle eingerichtet.

Umbaumaßnahmen sind notwendig

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rief den Kreistag in einer Mitteilung dazu auf, "zügig den Weg freizumachen für die Umsetzung des Konzepts und damit die Phase der Unsicherheit zu beenden." Er betonte, dass die Nachfrage nach psychiatrischen Behandlungsangeboten bundesweit wachse. Darauf baue das Konzept für den Kreis Rendsburg-Eckernförde auf. "Mit diesem stationären Versorgungsangebot würde der Fortbestand des Standortes Eckernförde gesichert und die medizinische Versorgung im Kreis zukunftssicher ausgebaut." Ohne Umbaumaßnahmen würde es in Eckernförde und Rendsburg aber nicht gehen, sagte Günther. Dazu gehörten der Abriss und Neubau von Gebäudeteilen. In Rendsburg sei zudem ein weiterer hebammengeleiteter Kreißsaal erforderlich.

Günther: Stehen zu unser finanziellen Zusage

In der Mitteilung heißt es außerdem, dass die Landesregierung zu ihren finanziellen Verpflichtungen stehe, beide Klinikstandorte dauerhaft zu erhalten. Die Koalition von CDU, Grünen und FDP sei sich einig, hierfür rund 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, erklärte Günther. Die Summe müsste nach den üblichen Finanzierungsbedingungen des Krankenhausfinanzierungsgesetzes gemeinsam von Land und Kommunen getragen werden - also je 25 Millionen Euro. Gesundheitsminister Garg ergänzt: "Damit sind eine sehr gute Rund-um-die-Uhr-Akutversorgung der Bevölkerung sowie eine zuverlässige flächendeckende Versorgung im Kreis Rendsburg-Eckernförde sichergestellt."

Freude bei Imland-Verantwortlichen

Landrat Rolf-Oliver Schwemer ist für die Zukunft der Imland-Klinik mit ihren rund 2.400 Beschäftigten nun optimistisch. "Sowohl nach den Erklärungen im Hauptausschuss als auch nach dem, was von den Fraktionen letztes Wochenende mitgeteilt wurde, gehe ich davon aus, dass sich dort eine mehrheitliche Sichtweise formieren wird", sagte Schwemer. Er betonte, es sei wichtig, dass das Konzept auf einer möglichst breiten Basis steht. Wann der angestrebte Umbau der Imland-Kliniken fertiggestellt sein könnte, ist noch unklar.

Der Geschäftsführer der Imland-Klinik Markus Funk reagierte erfreut auf die Ankündigung der Landesregierung. In einer Pressemitteilung teilte Funk mit, dass die Zusage eine Bestätigung für die gemeinsame Arbeit der Führungskräfte, Chefärzte, Betriebsräte und der Experten von Curacon sei. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon hat Strategien zum Erhalt der Klinik erarbeitet. Laut Geschäftsführer Funk gibt die Positionierung des Landes und die Zusage der finanziellen Unterstützung Sicherheit. Allerdings müsse die endgültige Entscheidung des Kreistags, der in Personalunion auch Gesellschafterversammlung der Klinik ist, noch abgewartet werden.

Die Geschäftsführung der Imland-Kliniken hatte vergangene Woche mehrere Szenarien vorgestellt, wie es mit den Standorten in Rendsburg und Eckernförde weitergehen könnte. Neben vier bekannten Modellen kam dort der Erhalt der beiden Kliniken als neue Variante ins Spiel.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.01.2022 | 12:00 Uhr

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