In der Lübecker Kulturwerft beraten die Kultusminister der Länder. © NDR

Kultusminister wollen ukrainischen Schulkindern schnell helfen

Stand: 10.03.2022 19:04 Uhr

Bei der Kultusministerkonferenz von Bund und Ländern in Lübeck ging es auch um die Folgen der russischen Invasion in die Ukraine und die Zukunft von geflüchteten Schülern. Sie sollen möglichst schnell in die Schulen integriert werden.

Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder waren sich mit Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) darüber einig, dass geflüchtete ukrainische Schulkinder in Deutschland so schnell wie möglich am Unterricht teilnehmen sollen. "Wir sind gefordert, den Menschen, die zu uns kommen, schnell Hilfe zu geben", sagte Stark-Watzinger. Es sei ein wichtiges Signal, in dieser Situation eine Taskforce zu gründen und pragmatisch zusammenzuarbeiten. Es handele sich bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine um eine "besondere Situation", sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Für Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten aus der Ukraine sei es entscheidend, "Anschlüsse an das ukrainische Bildungssystem" zu behalten.

Ukrainischer Lehrplan und ukrainische Lehrer?

Darauf bezog sich auch die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka, die ebenfalls an den Gesprächen teilnahm. Sie bat darum, dass die Kinder nach ukrainischem System beschult werden - nach ukrainischem Lehrplan und mit ukrainischen Lehrern. Ansonsten drohe der Ukraine eine verlorene Generation. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien sagte, sie sehe Chancen in digitalen Schulplattformen, um Abschlüsse zu Ende zu bringen. Gleichzeitig machte die Ministerin klar, dass es keine zwei parallelen Schulsysteme in Deutschland geben werde. Allerdings könnten ukrainische Schüler von Lehrern und Pädagogen aus der Ukraine unterrichtet werden. Prien machte aber auch deutlich, dass auch den Kindern in Deutschland geholfen werden müsse, die Kriegsbilder zu bewältigen.

Lehrkräfte aus der Ukraine sollen helfen können

Stark-Watzinger und Prien kündigten an, nach Deutschland geflüchtete ukrainische Lehrer einzubinden. Man habe ein starkes Signal der Zusammenarbeit von Bund und Ländern gesendet. "Ich glaube, das ist der Situation nur angemessen", so Prien. Sie sagte, dass man digitalisierte ukrainische Lehrwerke einsetzen wolle. "Wir werden uns gemeinsam darum bemühen, die Rechte an diesen Lehrwerken so zu sichern, dass wir sie verwenden können."

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz rechnet mit mehreren Hunderttausend Kindern, die nach Deutschland flüchten müssen. Darauf hätten sich die Bundesländer vorbereitet.

Auch Thema: psycho-soziale Folgen durch Pandemie

Die Bildungsministerinnen- und Minister beschäftigten sich außerdem mit den Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Dabei ging es unter anderem um die psycho-sozialen Folgen, die Kinder und Jugendliche besonders stark träfen, so Prien.

Darüber hinaus müsse der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg aufgelöst werden, das sei ein zentrales Anliegen der Bildungspolitik. "Da müssen wir besser werden und das wollen wir zusammen angehen", sagte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin. Stark-Watzinger nannte es nicht hinnehmbar, dass ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler die Schulen verlässt, ohne richtig lesen zu können. "Das sind Grundkompetenzen, die einen ganzen Lebensweg zeichnen."

Prien will an Masken zunächst festhalten

Außerdem hat sich Prien im Vorfeld der Konferenz im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF gegen ein schnellen Wegfall der Maskenpflicht ausgesprochen: "Hier ist die Gesetzeslage bisher unklar. Der Bund hat hier noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Darauf warten wir dringlich."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.03.2022 | 14:00 Uhr

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