Stand: 01.02.2018 14:12 Uhr

Kriegerdenkmal in Pinneberg: Diskussion hält an

Das Kriegerdenkmal in Pinneberg gerät zunehmend in eine kontroverse Diskussion: Seit 84 Jahren erinnert es an Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gestorben sind. Die 1934 errichtete meterhohe Steinsäule, auf der ein Schwert sowie ein Reichsadler prangen, wurde im vergangenen Jahr für rund 58.000 Euro saniert und danach mit Scheinwerferlicht in Szene gesetzt. Dagegen protestierte am Dienstagabend die Bürgerinitiative "Mahnmal statt Kriegerdenkmal am Pinneberger Bahnhof". "Meines Erachtens nach diente das Denkmal ganz klar dazu, neue Kriegsbereitschaft zu wecken", sagte einer der Demonstranten dem Schleswig-Holstein Magazin.

Erweiterung zum Mahnmal gefordert

Die rund 80 Teilnehmer der Demonstration verhüllten die Säule mit Planen - unter anderem mit der Aufschrift "Nein zum Krieg!". Viele Bürger stören sich an der Symbolik des Ehrenmals, an den hohen Kosten der Sanierung sowie an der ihrer Ansicht nach provokanten Präsentation. Die Initiative, bestehend aus Pinnebergern, Deutschem Gewerkschaftsbund, Kirche, SPD, Grünen sowie der jüdischen Gemeinde, fordert mit ihrer Aktion einen konstruktiven Umgang mit der Geschichte, sowie eine Erweiterung des Denkmals zum Mahnmal. Mit Infotafeln wollen sie es auf lange Sicht umgestalten, damit es seiner Bedeutung gerecht wird. Dafür haben die involvierten Politiker eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

Stadt reagiert auf Kritik

Auf die Kritik hat die Stadt jetzt kurzfristig reagiert und die Beleuchtung, die nach eigenen Angaben bereits seit 1953 existiere und lediglich instand gesetzt wurde, bis auf Weiteres abgeschaltet. Man habe niemanden irritieren wollen, heißt es aus dem Rathaus.


01.02.2018 14:12 Uhr

Hinweis der Redaktion: Das Kriegerdenkmal in Pinneberg wurde 1934 errichtet und nicht - wie in einer vorherigen Version des Artikels - 1943. Die Redaktion hat den Zahlendreher korrigiert.

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 31.01.2018 | 19:30 Uhr

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