Stand: 17.09.2019 12:01 Uhr

Kohl, Kohl, Kohl: Dithmarschen feiert Rekordjahr

Als Auflauf, als Suppe oder angebraten mit Hackfleisch: Kohl schmeckt in verschiedenen Varianten. Jetzt wird das Gemüse wieder groß gefeiert. Mit dem traditionellen Kohlanschnitt sind am Dienstag in Karolinenkoog die 33. Dithmarscher Kohltage eröffnet worden. Ehrengast war Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Karl-Albert Brandt vom Gemüseanbauerverband sprach von einem Rekordjahr für den Kohl. Die Wetterbedingungen seien fast ideal gewesen, es habe immer zum richtigen Zeitpunkt Regen gegeben. Auch mit der Preisentwicklung könne man bisher zufrieden sein, so Brandt.

Dithmarscher Kohltage gestartet

380 Kohlbauern im Großanbaugebiet

Bis Sonntag feiern die Dithmarscher das Gemüse mit Kunst, Kultur, und Unterhaltung. Die Kohltage gelten traditionell als offizieller Start der Ernte im größten zusammenhängenden Kohlanbaugebiet Europas. Die 380 Kohlbauern haben auf einer Fläche von 4.000 Fußballfeldern rund 80 Millionen Kohlköpfe angebaut. In den kommenden Wochen müssen nun mehr als 120.000 Tonnen Kohl in die Kühlhäuser, weitere rund 50.000 Tonnen nimmt die Industrie ab und verarbeitet sie zu Krautsalat und Sauerkraut.

Meeresbrise als Schädlingsbekämpfer

Der Siegeszug des Dithmarscher Kohls begann vor rund 130 Jahren in Wesselburen. Weil die Preise für Korn und Vieh extrem niedrig waren, begann der Gärtner Eduard Lass dort 1889 damit, mit dem Gemüseanbau zu experimentieren. Dabei kamen ihm die optimalen Bodenbedingungen der Region und ein ständiger leichter Wind vom Meer zugute, der als natürlicher Schädlingsbekämpfer wirkte. Schnell wurden Kohlanbau und Kohlvermarktung zu einem der wichtigsten Zweige der Dithmarscher Landwirtschaft.

Die Ernte ist bis heute Handarbeit

Früher war der Kohlanbau harte körperliche Arbeit. Für jeden einzelnen Kohlkopf gruben die Bauern mit dem Spaten ein Loch, steckten einen Kohlsetzling hinein, der dann mit den Füßen fest getreten wurde. Heute hilft eine Maschine beim Pflanzen und Festdrücken der Kohlsetzlinge. Doch die Ernte ist bis heute Handarbeit, denn die Kohlköpfe sollen unversehrt bleiben.

80 Prozent wird eingelagert

Rund 80 Prozent des jetzt geernteten Kohls wird eingelagert und nach und nach europaweit vermarktet. Großhändler zahlen den Landwirten zwischen 20 und 30 Cent pro Kilogramm Kohl.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.09.2019 | 11:00 Uhr

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