Stand: 26.09.2019 14:56 Uhr

Kampfjet verliert Tanks: Fluglehrer verantwortlich

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Die Tanks hängen beim Tornado unter den Tragflächen und werden durch Bolzen gesichert.

Die Ursache für den ungewollten Abwurf zweier Tornado-Tanks steht fest: Nach Angaben der Bundeswehr hatte der Fluglehrer während des Trainingseinsatzes versehentlich den Knopf betätigt, der im Notfall beide Reservetanks absprengt. An dem Tag seien Angriffsverfahren geübt worden, teilt die Luftwaffe mit. Der Kampfjet besitzt in der Trainingsversion zwei Cockpits. Der Lehrer auf dem hinteren Platz und auch der Schüler vorne konnten den Tornado gleichermaßen steuern.

Der Abwurfknopf des Flugschülers sei mit einer Klappe gesichert - der des Lehrers aber nicht, sagte ein Sprecher. Geprüft werde nun, diese Sicherung künftig nachzurüsten. Der genaue Ablauf wird weiterhin von der General Flugsicherheit der Bundeswehr in Köln untersucht. Ein technisches Versagen schließt die Bundeswehr hingegen aus. Ein Flugverbot hat die Bundeswehr für beide Piloten nicht ausgesprochen.

Abwurf der Tanks eigentlich nur Notfällen

Die leeren Metallbehälter waren vor einer Woche in die Feldmark zwischen Ratekau und Pansdorf (Kreis Ostholstein) eingeschlagen - nah an Wohnhäusern und der A1. Verletzt wurde aber niemand. Ein Abwurf der Tanks ist laut dem Kommandeur für den Bereich Technik, Stefan Ullrich, nur in Notfällen vorgesehen. Die Crew habe keinen gemeldet, dann aber festgestellt, dass sich die Tanks gelöst hatten.

Die Tanks sind mit jeweils zwei Bolzen gesichert. Um sie zu lösen, müssen diese gesprengt werden. Dafür muss bewusst ein Knopf gedrückt werden, um das Notfallsystem auszulösen, erklärte der Kommandeur. In diesem Fall explodieren mehrere Kartuschen am Bolzen.

Ursache in Schottland vor 20 Jahren: Falscher Knopf

Bereits im Jahr 1999 hatte es einen ähnlichen Vorfall im Nordosten Schottlands gegeben. Nach einem Bericht der BBC hatte die Untersuchung ergeben, dass die Piloten der Royal Airforce damals für den Bedienfehler verantwortlich gewesen seien. Mehr als zehn Tonnen Treibstoff waren auf einem Feld ausgelaufen. Verletze gab es damals keine.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 26.09.2019 | 15:00 Uhr

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