Stand: 19.06.2020 13:31 Uhr

Kieler Experte: E-Autos sind nicht zwangsläufig klimafreundlich

Elektroautos sind nicht zwangsläufig klimafreundlich - zu diesem Ergebnis kommt ein Experte des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Und er begründet es so: Sollte der gesamte Verkehr in Deutschland auf E-Mobilität umgestellt werden, würde sich auch der Stromverbrauch deutlich erhöhen. Das ist nach seinen Angaben nicht mit erneuerbarer Energie aufzufangen.

Von Kohlestrom abhängig

"Elektroautos fahren de facto mit 100 Prozent Kohlestrom", sagt Forscher Ulrich Schmidt. Er hat die Klimabilanz von E-Mobilität untersucht und dabei nach eigenen Angaben - anders als andere Studien - auch den steigenden Energieverbrauch berücksichtigt. Ergebnis: Der Mehrbedarf muss aktuell durch fossile Energie - also vor allem Kohle - erzeugt werden. Erst wenn die Energiewende fortgeschritten ist und der in Deutschland erzeugte Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt, können E-Autos nach der Einschätzung von Schmidt klimafreundlicher sein als beispielsweise Dieselmotoren.

EU: Strom auch 2050 noch teilweise aus fossilen Energieträgern

Laut dem Experten gehen Schätzungen der EU davon aus, dass auch noch im Jahr 2050 Strom zu 40 Prozent aus fossilen Energieträgern erzeugt wird. Unter diesen Bedingungen würde ein E-Auto etwa 300 Gramm CO2 pro Kilometer verursachen, ein modernes Dieselfahrzeug hingegen mit 173 Gramm CO2 pro Kilometer nur etwas mehr als die Hälfte davon.


22.06.2020 10:37 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version haben wir von einer IfW--Studie geschrieben, die andere Studien zur e-Mobilität vergleicht. Das stimmt nicht. Es hat sich ein Forscher die jüngsten Studien zu diesem Thema angeschaut und untersucht. Sein Ergebnis hat das Institut in einem Policy Brief veröffentlicht. Wir haben die entsprechenden Stellen korrigiert. Wir bedanken uns für die Hinweise unserer aufmerksamen User*innen und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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