Stand: 15.06.2018 15:52 Uhr

Hoffnung für Arbeiter des Schlachthofs Kellinghusen

Nachdem der NDR Schleswig-Holstein über Kritik an der Unterbringung von rumänischen Beschäftigten in einem Kellinghusener Schlachthof berichtet hat, tut sich etwas: Wie Besitzer Tönnies mitteilt, führt der Schlachthof dort nun einen Verhaltenskodex für Subunternehmer ein. Sie sollen sich um die Wohnbedingungen ihrer Mitarbeiter kümmern, so ein Unternehmenssprecher. Außerdem schlägt Tönnies einen runden Tisch in der Stadt vor.

Unterkünfte sollen umgehend in Ordnung gebracht werden

Die Unterbringung der von einem Subunternehmen beschäftigten Schlachthof-Mitarbeiter hatte in Kellinghusen für Wirbel gesorgt, vor allem bei den Anwohnern. Wie Tönnies am Freitag mitteilte, habe man das verantwortliche Unternehmen zur Rede gestellt und aufgefordert, die Unterkünfte für die rund 50 Beschäftigten umgehend in Ordnung zu bringen.

Der NDR Schleswig-Holstein hatte ein Video gezeigt, das aus einer solchen Unterkunft stammen soll. Darin war unter anderem eine Küche mit Insektenbefall zu sehen. Tönnies erklärte dazu: Die hygienischen Bedingungen auf den veröffentlichten Bildern seien nicht zu akzeptieren und müssten umgehend abgestellt werden.

Feste Vorgaben für die Unterbringung

Für alle Dienstleister des Kellinghusener Schlachthofs soll es außerdem feste Vorgaben geben, die Unterbringung und Beschäftigung regeln. Dass Tönnies Mitarbeiter über Werkvertragsunternehmen beschäftigt, begründet das Unternehmen mit einem Arbeitskräftemangel in Deutschland.

Vertreter der Betroffenen reagieren zurückhaltend

Eher zurückhaltend fallen die Reaktionen vom DGB und vom Unterstützerkreis aus, den die Anwohner in Kellinghusen gegründet haben. Der Verhaltenskodex erfülle nur das, was in der Selbstverpflichtung der Fleischindustrie schon immer stand, hieß es. Beide wünschen sich stärkere Kontrollen bei den Subunternehmen. Das Gesprächsangebot sehen sie nur als einen Anfang.

Weitere Informationen

Kellinghusener besorgt um rumänische Arbeiter

Bürger in Kellinghusen bemängeln schlechte Arbeits- und Wohnbedingungen für Beschäftigte in der Schlachtbranche. Diese kommen meist aus Rumänien, viele arbeiten im Tönnies-Schlachthof. (13.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.06.2018 | 15:00 Uhr

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