Henstedt-Ulzburg: Petition gegen Schließung der Geburtsstation
Die Anzahl der Geburtsstationen in Schleswig-Holstein nimmt seit 20 Jahren ab. Nun soll auch die Station in Henstedt-Ulzburg schließen. Doch es regt sich Widerstand.
Die Hebammen der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) haben eine Petition gegen die Schließung der Geburtsstation gestartet. "Die großen Kliniken sind jetzt schon an ihren Grenzen. Frauen werden wegen Überfüllung und Personalmangels schon jetzt abgewiesen an andere Häuser", schreiben die Initiatoren auf der Petitionsplattform. Innerhalb weniger Tage kamen bereits mehr als 3.000 Unterschriften zusammen. Ziel sind nach Angaben der Initiatoren 4.000. Die Petition soll anschließend an die Klinikleitung und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach übergeben werden.
Geburtsstation nicht mehr wirtschaftlich
Vor etwa drei Wochen wurde bekannt, dass die Gynäkologie und die Geburtshilfe der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg geschlossen werden sollen, weil die Station nicht mehr wirtschaftlich ist. Hintergrund seien geplante Regeln von der Politik. Die besagen demnach, dass künftig deutlich mehr Personal vor Ort sein muss. Das könne die Station in Henstedt-Ulzburg nicht mehr leisten, so die Klinik. Der Entscheidung vorausgegangen waren strukturelle und personelle Veränderungen innerhalb der Klinik. So wird beispielsweise eine ausreichende kinderärztliche Versorgung am Standort nicht mehr gegeben sein.
800 Geburten pro Jahr in Klinik in Henstedt-Ulzburg
In der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg gab es nach Klinikangaben in den letzten Jahren jeweils etwa 800 Geburten. Die Anzahl der Geburtsstationen in Schleswig-Holstein nimmt seit 20 Jahren ab. Von mehr als 30 Geburtsstationen, die es zur Jahrtausendwende im Land gab, sind heute weniger als 20 übrig.
