Stand: 21.11.2016 18:49 Uhr

Habeck: Krümmel läutet Ende des Atomzeitalters ein

Die Vorbereitungen für den Rückbau des Atomkraftwerks Krümmel laufen. Derzeit bereiten Experten die Verladung der Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter in Castoren vor. Insgesamt müssen knapp 700 Brennelemente und etwa 150 Sonderbrennstäbe verpackt werden. Die Verladung werde ein historischer Moment, denn damit werde der Abschied vom Atomzeitalter eingeläutet, sagte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) bei einem Besuch vor Ort. In Krümmel informierte sich der Minister über den Stand der Verladung. "Vor zehn Jahren hätte sich ein grüner Minister ungern bei der Verladung von Brennelementen fotografieren lassen, denn damals bedeutete der Abtransport, dass Platz für neue Brennelemente geschaffen wird", so Habeck weiter.

Vattenfall plant kompletten Rückbau

Nach dem Rückbau soll vom Atomkraftwerk Krümmel nichts mehr zu sehen sein: Der Energiekonzern Vattenfall hat 2011 beim Kieler Energiewendeministerium den Abriss seiner Anlage in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) beantragt. Das Kraftwerk ging 1984 ans Netz und verlor nach dem Atomunfall in Fukushima 2011 seine Zulassung. Wenn alles nach Plan läuft, könnte 2036 ein Grundstück mit Elbblick in Geesthacht frei sein. Laut Ministerium ist die Genehmigung für die Rückbaupläne nicht vor 2018 zu erwarten.

Bis zu einer Milliarde Euro eingeplant

Vattenfall will - wie in Brunsbüttel - auch in Krümmel mit Stilllegung und Abbau erst beginnen, wenn das Kernkraftwerk brennelementfrei ist. "Das ist richtig so. Einen Abbau 'um die Brennelemente herum' kann niemand für empfehlenswert halten, auch wenn das nach dem Atomgesetz möglich wäre", sagte Minister Habeck. Insgesamt habe der Betreiber für die Stilllegung und den Rückbau bis zu einer Milliarde Euro eingeplant, erklärte der Geschäftsführer der Kernkraftsparte, Pieter Wasmuth.

Habeck besucht das AKW in Krümmel

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.11.2016 | 16:00 Uhr

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