Günther besucht Schleswig-Holsteins größte Moorbaustelle

Stand: 28.11.2022 21:15 Uhr

Trockengelegte Moore werden für den Klimaschutz wiedervernässt. Ministerpräsident Günther hat sich am Montag ein Bild von der größten Moorbaustelle des Landes, dem Herrenmoor im Kreis Steinburg, gemacht.

In mehreren Bauabschnitten stellt die Stiftung Naturschutz im Herrenmoor den natürlichen Wasserstand wieder her. Dies geschieht auf insgesamt 260 Hektar Fläche. Laut Landesregierung werden durch die Vernässung dieses Moores zukünftig jedes Jahr etwa 2.600 Tonnen Treibhausgase eingespart. "Durch die Wiedervernässung und Renaturierung von Moorböden schaffen wir nicht nur einen beachtlichen CO2-Speicher, sondern sichern zugleich Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Er drückte sowohl dem Naturschutz als auch den Volks- und Raiffeisenbanken seinen Dank aus. Alle beteiligen sich an der sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative.

Projekt "Herrenmoor" läuft bis 2027

Seit einigen Wochen läuft der erste Bauabschnitt, der zweite startet im Herbst kommenden Jahres. Das Projekt ist bis 2027 ausgelegt. Das Wasser wird stufenweise angestaut, damit sich wertvolle Pflanzenbestände an höhere Wasserstände gewöhnen können und Tiere wie Kreuzotter und Moorfrosch nicht während der Winterruhe ertrinken.

Trockengelegte Moore stoßen zu viel CO2 aus

Fast 90 Prozent der Moore in Deutschland sind künstlich entwässert, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Trockengelegte Moorböden stoßen aber große Mengen CO2 aus. In Schleswig-Holstein sind das laut Landesregierung sogar zwölf Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen. Deshalb wird daran gearbeitet, das Wasser wieder zurück in die Moore zu bringen. "Jede Tonne CO2, die nicht mehr aus dem Moorboden kommt, ist ein direkter Beitrag zum Klimaschutz", sagte die Vorstandvorsitzende der Stifung Naturschutz Schleswig-Holstein, Sandra Redmann.

Weitere Informationen
Ein Makroaufnahme zeig eine Moorpflanze im Sonnentau. © picture alliance / Zoonar Foto: Olaf Juergens

Erfolgreicher Umbau: Das Grotmoor ist wieder nass

Vielerorts sind Bagger im Einsatz, um trocken gelegte Flächen wieder in intakte Moore zu verwandeln - denn nur feucht helfen sie dem Klima. mehr

Das Nienwohlder Moor.

Wie Experten Moore vor Austrocknung schützen wollen

Moor-Experten wollen das Nienwohlder Moor durch Renaturierung besser schützen. Es droht auszutrocknen - und würde damit als CO2-Speicher verloren gehen. mehr

Eine große Wasserfläche im Hellbachtal. © Dr. Heinz Klöser Foto: Dr. Heinz Klöser

Moore: Die vergessenen CO2-Speicher

Moore sind einzigartige Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind aber auch ein wesentlicher Schlüssel für den Klimaschutz. In Schleswig-Holstein gibt es jedoch nur noch wenige Moore. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.11.2022 | 08:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Klimaschutz

Umweltschutz

Kreis Steinburg

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Die Kieler Synagoge. © NDR Foto: Friederike Hoppe

Kiel hat wieder eine Synagoge: "Raus aus der Unsichtbarkeit"

86 Jahre nach der Zerstörung des alten Gotteshauses haben Jüdinnen und Juden in Kiel seit Sonntag wieder einen festen Ort zum Beten. mehr

Videos