Stand: 11.07.2019 11:01 Uhr

Günther besucht Angola und Namibia

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In seiner Rolle als Bundesratspräsident reist Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nach Angola und Namibia.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist am Donnerstag als amtierender Bundesratspräsident zu einer einwöchigen Reise nach Afrika aufgebrochen. Auf dem Programm stehen Gespräche mit den Regierungschefs von Angola und Namibia. In Namibia wird Günther auch in der zweiten Kammer des Parlamentes sprechen.

Die Reise gilt als diplomatisch heikel: "Ich habe mich sehr bewusst dafür entschieden, nach Afrika zu fliegen, weil schon auch die gemeinsame Überzeugung in Deutschland ist, dass wir uns stärker auch um diesen Kontinent kümmern müssen", sagte Günther NDR Schleswig-Holstein. "Ich glaube, dass die großen Herausforderungen, die wir auch beim Thema Migration haben, aber auch was die Entwicklung dort angeht, schon sehr dafür sprechen, dass wir uns stärker um Afrika kümmern, als wir es in der Vergangenheit gemacht haben."

Beziehungen wegen Völkermord belastet

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, gelten wegen der Ermordung zehntausender Herero und Nama während der Kolonialzeit als belastet: "Für mich ist es schon auch wichtig, dort deutlich zu machen, dass wir uns dieser historischen Verantwortung auch bewusst sind. Dass das, was dort passiert ist, heute als Völkermord bezeichnet werden würde", so Günther.

Im Oberhaus des Parlaments in Namibias Hauptstadt Windhoek will Günther das Leid ansprechen, das deutsche Kolonialsoldaten in dem Land vor mehr als 100 Jahren verursacht hatten. "Wegen der Historie hat Namibia auf meiner Afrika-Reise eine besondere Bedeutung", hatte Günther vor der Reise gesagt. Das Deutsche Reich war von 1884 bis 1915 Kolonialmacht im heutigen Namibia.

Zuerst Gespräche in Angola

Die Maschine mit Günther an Bord hob nach Angaben eines Regierungssprechers am Morgen vom Fliegerhorst Hohn bei Rendsburg ab. Nach einem Tankstopp auf Mallorca wird Günther am Abend in der angolanischen Hauptstadt Luanda erwartet. Dort führt er nach Angaben des Bundesrats am Freitag Gespräche mit dem Staatspräsidenten João Manuel Gonçalves Lourenço, mit Parlamentspräsident Fernando da Piedade Dias dos Santos und mit mehreren Ministern. Hier geht es vor allem um Wirtschafts- und Verteidigungsfragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.07.2019 | 10:00 Uhr

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