Stand: 12.02.2019 12:54 Uhr

Grippe-Erkrankungen in SH steigen rasant an

Meistens kommt die Grippe schlagartig mit Fieber und Schweißausbrüchen. Eine Grippewelle gibt es jedes Jahr - aber selten einen so sprunghaften Anstieg wie zurzeit. In der vergangenen Woche registrierte das Institut für Infektionsmedizin 400 neue Influenza-Fälle. Damit hat sich die Zahl der gemeldeten Grippefälle in den vergangenen beiden Wochen verdoppelt.

Hohe Dunkelziffer

Die Zahl der Erkrankten nehme von Woche zu Woche zu, so Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin in Kiel. Fickenscher geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Denn Erwachsene kurierten die Krankheit oft zu Hause aus, ohne beim Hausarzt vorbeizuschauen. Beim Arzt landeten eher Kinder und Senioren.

Genau diese beiden Gruppen haben laut dem Robert Koch Institut (RKI) ein erhöhtes Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt und es zu Komplikationen kommt - dazu gehören zum Beispiel Lungenentzündungen oder Herzinfarkt.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es etwa ein bis drei Tage. Um sich gegen Ansteckung zu schützen rät Fickenscher, öfter mal die Hände zu waschen. Das Ansteckungsrisiko wird danach nach Aussage von Medizinern um 50 Prozent verringert. Auch sollte man hin und wieder lüften, wenn kranke Menschen im Raum waren.

Fragen und Antworten zur Grippe

  • Was ist Grippe?

    Eine Grippe wird durch das Influenza-Virus ausgelöst, von dem es drei verschiedene Typen gibt - Influenza A, B und C. Sie ist durch einen plötzlichen und heftigen Beginn gekennzeichnet. Symptome wie hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und trockener Husten treten oft gleichzeitig auf. Auch Luftnot und massive Erschöpfung können zum Krankheitsbild gehören.

  • Was ist Erkältung?

    Eine Erkältung wird von rund 200 verschiedenen Virenarten hervorgerufen, zum Beispiel Rhino-, Adeno- und Coronaviren. Dabei treten nacheinander Symptome wie Halskratzen, verstopfte Nase und Husten auf. Da die Erreger so vielfältig sind, kann man sich mehrmals hintereinander anstecken. Eine Impfung ist nicht möglich.

  • Medikamente gegen Grippe

    Gegen die Grippe helfen Medikamente nur begrenzt: Der sogenannte Uncoating-Hemmstoff Amantadin und die Neuraminidase-Hemmstoffe Oseltamivir, Zanamivir und Peramivir können den Krankheitsverlauf geringfügig verkürzen und die Symptome etwas lindern. In den USA neu zugelassen wurde 2018 der sogenannte Endonuklease-Inhibitor Baloxavir.

  • Grippe-Impfung

    Wirklichen Schutz vor der Grippe bietet allein eine Impfung. Auch wenn der Schutz nicht bei jedem vollständig ist, verläuft die Erkrankung bei Geimpften in der Regel weniger schwer. Außerdem gilt: Je mehr Menschen sich impfen lassen, umso besser. Denn jeder Geimpfte ist eine Hürde für das Virus, sich weiter auszubreiten. Doch Grippeviren können sich rasant verändern. Deshalb versuchen Wissenschaftler jedes Jahr vorherzusagen, welche Virenstämme sich in der kommenden Saison verbreiten werden. Gegen diese Stämme wird ein Impfstoff hergestellt.

  • Ansteckung

    Ansteckungsgefahr mit Grippeviren besteht vor allem dort, wo sich viele Menschen aufhalten, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Kaufhäusern. Übertragen werden Grippeviren durch eine Tröpfcheninfektion: Beim Niesen, Husten, Sprechen oder durch Händeschütteln: Bis zu 15 Stunden nach einer Berührung lassen sich noch Keime auf der Haut nachweisen. Auch über kontaminierte Gegenstände kann man sich anstecken: An Türklinken, Telefonhörern oder Computer-Tastaturen können Grippeviren mehrere Stunden überleben, an Geldstücken haften sie bis zu 17 Tage. Beim Reiben von Nase oder Augen werden sie Grippeviren dann von der Hautoberfläche auf die Schleimhäute übertragen.

  • Schutz gegen Grippe

    Als sicherster Schutz vor der Übertragung der Keime gilt häufiges Händewaschen. Es reduziert das Ansteckungsrisiko um 50 Prozent.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.02.2019 | 06:00 Uhr

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