Polizeibeamte beobachten von einem Boot aus den Strand in Weissenhäuser Strand. © dpa-Bildfunk

G7-Gipfel-Treffen: Sütterlin-Waack würdigt Arbeit der Polizei

Stand: 13.05.2022 18:19 Uhr

Polizisten aus ganz Deutschland sind für die G7-Gespräche der Außenministerinnen und -minister in Weißenhaus an der Ostsee im Einsatz. Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin Waack (CDU) ist mit der Arbeit sehr zufrieden.

Der Einsatz bei dem G7-Gipfel an der Ostseeküste sei kräftemäßig zwar nicht der größte in der Geschichte des Landes - aber er sei einer der anspruchsvollsten, sagte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) am Freitag: "Ich habe mich heute noch einmal überzeugt, dass so gut wie nichts dem Zufall überlassen wurde." Die Beamten müssten den Tagungsort sichern - zu Lande, zu Wasser und zur Luft, so Sütterlin-Waack. Gleichzeitig müssten sie rund um die Uhr die öffentliche Sicherheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung gewährleisten.

Bislang ruhiger Verlauf

Das historische Schlossgut Weissenhaus im ostholsteinischen Wangels, sonst als Luxus-Hotelanlage bekannt, ist seit Donnerstag Schauplatz für die Weltpolitik. Die Außenminister der G7-Staaten beraten unter anderem über die Lage im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Folgen. Etwa 3.500 Beamte von Bundes- und Landespolizei sowie vom Bundeskriminalamt sorgen derzeit für die Sicherheit des G7-Treffens. In der Urlaubsregion haben die Polizisten bislang aber nur wenig zu tun. Eine Polizeisprecherin sagte am Freitagnachmittag, die Lage rund um den Tagungsort sei seit Beginn des Treffens friedlich.

Die Beamten wurden nur in zwei weiteren Fällen aktiv: Weil sie das Sperrgebiet um den Tagungsort verletzten, wird gegen einen Immobilienmakler, der mit einer Drohne ein Gebäude fotografieren wollte, und den Piloten eines Kleinflugzeuges ermittelt.

VIDEO: Friedlicher Protest am Rande des G7-Gipfels (1 Min)

Greenpeace-Aktion nicht angemeldet, aber friedlich

Am Freitagmorgen demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am Ostseestrand für eine schnelle Unabhängigkeit der G7-Staaten von fossilen Energien. 15 Demonstranten von Greenpeace haben sich lila-farbende Maleranzüge angezogen und am Strand ein Peace-Zeichen nachgebildet. Außerdem legten sie dort ein 12 mal 12 Meter großes Banner aus. Darauf der Appell: "Raus aus den Fossilen, rein in den Frieden." Die Aktion war nicht angemeldet und fand wenige Kilometer vom Tagungsort der Minister statt - aber außerhalb der Sperrzone. Nach Angaben der Polizei blieb alles friedlich. Für Sonnabend sind bisher keine weiteren Proteste angemeldet. Die Polizei rechnet insgesamt mit einem ruhigen Verlauf des G7-Treffens in Weißenhaus.

Beamte pendeln zwischen Einsatzort und Unterkunft

Die 3.500 Einsatzkräfte sind nicht nur am Ferienort selbst untergebracht, sondern auch in Kiel und Lübeck - einige sogar noch weiter, bis an den Hamburger Rand. Sie alle müssen zwischen Unterkunft und Einsatzort pendeln: "Auf den Straßen in ganz Schleswig-Holstein kann es an diesem Wochenende deshalb voll werden", warnt Jana Reuter von der Landespolizei Schleswig-Holstein. Autofahrer müssten sich darauf einstellen.

Taschenkontrollen für Fußgänger und Radfahrer

In Weißenhaus und Umgebung gibt es zahlreiche Straßensperrungen. Seit Donnerstagmorgen bis Sonnabend am frühen Abend werden zum Beispiel die B202 zwischen Döhnsdorf und Farve sowie die Kreisstraße 48 von Weißenhaus bis Brök voll gesperrt. Die Umleitung für die B202 läuft ab Kaköhl und ab Farve und ist ausgeschildert.

Auch die Ostsee ist in einem Radius von 2,5 Kilometern um den Veranstaltungsort gesperrt. Drohnen dürfen im Umkreis von 9 Kilometern nicht fliegen, die Jagd ist im Umkreis von 10 Kilometern verboten. "Auch Fußgänger und Radfahrer müssen mit Kontrollen rechnen, mitgeführte Taschen und Rucksäcke könnten durchsucht werden", erklärt Reuter. Die Landespolizei sieht sich gut vorbereitet: "Wir haben ja schon etwas Erfahrung. Viele waren auch schon beim G7-Außenministertreffen vor fünf Jahren in Lübeck im Einsatz."

Lage soll für ruhiges Treffens sorgen

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Weißenhaus, ein Ortsteil der Gemeinde Wangels, liegt etwas abgelegen an der Ostsee. Einheimische gibt es hier wenige. Der Ort ist geprägt von Hotels und Ferienunterkünften. "Man kann nicht einfach mit Bus und Bahn dorthin reisen. Das ist schon ein Vorhaben: Der Bus fährt, glaube ich, nur zwei Mal am Tag dort vorbei", berichtet Christin Voß. Sie ist Bürgermeisterin des Amtes Oldenburg-Land, zu dem die Gemeinde Wangels gehört. Voß glaubt, dass auch die Lage dazu führt, dass die Verhandlungen möglichst ruhig verlaufen werden.

Gemischte Gefühle bei Touristikern

Die Touristiker in der Region sind sich da weniger sicher. Viele hoffen, dass vor allem Bilder der schönen Landschaft im Kopf der Weltöffentlichkeit hängen bleiben. Das könne eine gute Werbung für die Region sein, meint zum Beispiel der Betreiber eines Campingplatzes in Weißenhäuser Strand: "Es ist schon gewaltig, was da auf uns zukommt. Die politische Lage ist mit dem Krieg in der Ukraine auch nicht so rosig", glaubt Uwe Oelschläger. Man lebe in einer Demokratie, jeder könne sich deshalb äußern, wie er wolle. Nur Randale soll es nicht geben, so die Hoffnung des Campingplatzbetreibers.

Welche Straßen sind gesperrt?

Die Polizei hat die Umgebung des Hotels Schloss Weissenhaus weiträumig für den Autoverkehr gesperrt. Seit Donnerstag, 8 Uhr, bis Sonnabendabend sind unter anderem die B202 zwischen Döhnsdorf und Farve sowie die Kreisstraße 48 von Weißenhaus bis Brök voll gesperrt. Die Umleitung für die B202 läuft ab Kaköhl und ab Farve und ist ausgeschildert.

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