Eine Frau geht am Logo der CDU vorbei. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Frauen Union will beim Spitzenpersonal mitbestimmen

Stand: 12.10.2021 19:07 Uhr

Wenn die CDU ihre Parteispitze neu formiert, wollen die Frauen in der Partei mitreden. Es sei wichtig, die Frauen eng einzubeziehen, sagte die Vorsitzende der Frauen Union in Schleswig Holstein, Katja Rathje-Hoffmann.

Die Frauen Union sei die größte Vereinigung in der CDU. "Sie sollte auch mitspielen bei der Wahl von Kandidatenteams, die ja demnächst anstehen werden", sagte Rathje-Hoffmann NDR Schleswig-Holstein. Sie sprach sich dafür aus, dass es neben der geplanten Konferenz der Kreisvorsitzenden auch einen Austausch zwischen den Landesverbänden der Frauen-Union gebe sollte. Sie begrüßte den Prozess, der gestern angestoßen wurde, um den CDU-Vorstand komplett neu aufzustellen. "Wir sind in keiner guten Position. Wir haben einen schlechtes Ergebnis eingefahren bei der letzten Bundestagswahl, und das bedeutet für uns, dass wir uns bewegen müssen", sagte Rathje-Hoffmann.

CDU-Politikerin Katja Rathje-Hoffmann. © NDR
AUDIO: Frauen in der CDU wollen stärker mitreden (1 Min)

Mit mehr Frauen auch Frauen als Wählerinnen gewinnen

CDU-Politikerin Katja Rathje-Hoffmann. © NDR
Die Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann steht seit zehn Jahren an der Spitze der Frauen Union im Land.

Insgesamt muss die CDU nach Einschätzung von Rathje-Hoffmann attraktiver für Frauen werden. "Wo wenig Frauen sind, gehen auch wenig Frauen hin", sagte sie. Genau dem wolle die Frauen Union entgegenwirken. Deshalb müsse die CDU weiter die Politik der Mitte vertreten, damit sie für die Frauen auch wählbar sei. Mit dem CDU-Landesverband in Schleswig-Holstein äußerte sie sich in dieser Hinsicht zufrieden - er stellt seine Wahllisten inzwischen paritätisch auf.

Früherer CDU-Landesvorsitzender schreibt offenen Brief

In die Debatte über einen Generationenwechsel und mehr weibliche Abgeordnete bei der CDU hat sich auch der frühere Landesvorsitzende der CDU in Schleswig-Holstein, Peter Kurt Würzbach eingeschaltet. Er veröffentlichte einen offenen Brief, der an den Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann (63) aus dem Kreis Segeberg gerichtet ist. Darin ruft Würzbach Storjohann auf, auf sein Mandat zu verzichten - "im Interesse unserer CDU". Als potenzielle Nachrückerin schlägt Würzbach die 45 Jahre alte Melanie Bernstein vor, die ebenfalls im Kreis Segeberg lebt. Sie hatte ihr Direktmandat bei der Bundestagswahl verloren und wird damit nach vier Jahren nicht mehr im Parlament sitzen.

Ein Portrait von dem Politiker Gero Storjohann von der CDU. © Gero Storjohann / CDU Foto: Gero Storjohann / CDU
Gero Storjohann sitzt für die CDU seit 2002 im Bundestag.
Altmaier und Kramp-Karrenbauer als gutes Beispiel nehmen

"Wir hätten also sofort eine jüngere und aktivere Bundestagsabgeordnete", schreibt Würzbach und verweist auf die jüngsten Beispiele im Saarland, wo Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zu Gunsten jüngerer CDU-Politiker auf ihre Mandate verzichtet hatten. "Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Ministern Kramp-Karrenbauer und Altmaier", schreibt Würzbach an Storjohann.

Storjohann sitzt seit 2002 im Bundestag und war vorher acht Jahre lang Abgeordneter im Landtag. Peter Kurz Würzbach war von 1976 bis 2002 selbst Mitglied im Bundestag, von 1997 bis 2000 führte er die CDU in Schleswig-Holstein an.

Weitere Informationen
Ministerpräsident Daniel Günther steht an einem Podium und hält eine Rede. © Markus Scholz Foto: Markus Scholz

Günther begrüßt Neuwahlpläne für gesamten CDU-Bundesvorstand

Bei den Personalentscheidungen will der CDU-Landeschef die Stimmung der Mitglieder abfragen - ist aber gegen einen Mitgliederentscheid. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.10.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein deutscher Soldat patrouilliert in der Umgebung von Faisabad in Afghanistan © picture alliance / dpa Foto: Maurizio Gambarini

Afghanistan-Einsatz: Günther würdigt Leistung der Bundeswehr

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident empfängt in Kiel rund 200 Soldaten. Die Mission am Hindukusch endete im Sommer nach knapp 20 Jahren. mehr

Videos