Stand: 01.07.2020 14:24 Uhr

Fehmarnbeltquerung: Geld für Lärmschutz an Schienen

Der geplante Ostsee-Tunnel von Fehmarn nach Dänemark ist wohl eines der umstrittensten Bauprojekte in Schleswig-Holstein. Aber auch über die sogenannte Schienenhinterlandanbindung wird seit jeher heftig diskutiert. Auf dieser Route sollen dann auch schwere Güterzüge zwischen dem Fehmarnbelttunnel und Lübeck rollen. Die Anwohner haben Sorge vor Lärm. Bundesregierung und Verkehrsausschuss haben deshalb beschlossen, dass es für den Lärmschutz 232 Millionen Euro aus Berlin geben soll.

Geplant: Lärmschutzwände und tiefer gelegte Gleise

So viel Geld für den Lärmschutz, das sei in Zeiten einer Corona-Rekordverschuldung ein großes Glück für Ostholstein, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Mit dem Geld sollen zum Beispiel Lärmschutzwände gebaut, Gleise tiefer gelegt und die Trasse um den Ort Ratekau herumgebaut werden. Freude auch in Lübeck: Für den Lärmschutz in der Hansestadt will der Bund etwa 50 Millionen Euro bereitstellen.

Bürgermeister: "Beschluss ist untauglich"

Enttäuschung gibt es dagegen in Bad Schwartau. Dort hatten Anwohner und Stadt gefordert, dass die Bahnstrecke, die durch den Ort führt, in eine 7,50 Meter tiefe Senke gelegt wird. Das hätte laut Bahn 270 Millionen Euro gekostet. Der Bund will aber nur 50 Millionen Euro geben und die Trasse lediglich um 3,20 Meter absenken. Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) hat dafür kein Verständnis: "Der nun gefundene Beschluss ist aus fachlicher Sicht untauglich. Von daher nutzt es den Betroffenen an der Strecke gar nichts!" Die Stadt Bad Schwartau will laut Brinkmann jetzt prüfen, ob sie klagt. Vorher muss der Bundestag das Lärmschutz-Paket am Donnerstag noch durchwinken. Das gilt aber als sicher.

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Ein Computerbild zeigt tiefer gelegte Bahngleise am Bahnhof in Bad Schartau. © Deutsche Bahn

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.07.2020 | 12:00 Uhr

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