Der Regler einer Heizung in einer Wohnung ist aufgedreht. © dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner

Energie-Hilfspaket: Stadtwerke in SH fordern Härtefallfonds

Stand: 08.09.2022 09:08 Uhr

Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt grundsätzlich das von der Landesregierung vorgeschlagene Hilfspaket für Gewerbe, Bildungseinrichtungen und Bürgerinnen und Bürger. Es gibt aber auch Kritikpunkte.

Das von der Landesregierung geplante Darlehensprogramm im Volumen von 500 Millionen Euro für privatwirtschaftliche, soziale und kommunale Unternehmen, die wegen der Energiekrise in Geldnöte geraten, reicht aus Sicht des Verbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) nicht aus. In Schleswig-Holstein gebe es rund 108.000 Unternehmen und mehr als 50 Stadtwerke, sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Wulff. Angesichts dieser Dimensionen könnten die 500 Millionen Euro innerhalb weniger Monate aufgebraucht sein. Außerdem fehlen nach seinen Worten im Regierungskonzept Unterstützungsmaßnahmen für einzelne Haushalte in einer finanziellen Notlage.

Um das Abschalten von Strom und Gas zu vermeiden, sieht der Verband daher nun den Bund in der Pflicht: Dieser solle einen Härtefallfonds einrichten.

Ein Portemonnaie mit einem geöffneten Kleingeldfach. © NDR Foto: Julius Matuschik
AUDIO: Stadtwerke-Verband fordert Härtefallfonds (1 Min)

Energieversorger könnten in Schieflage geraten

Denn selbst wer in diesem Winter deutlich weniger heize, werde zunächst hohe Abschläge zahlen müssen, so Wulff. Diese orientierten sich am bisherigen Verbrauch und würden sich nach bisheriger Marktlage für Gas spätestens zum Jahresbeginn etwa verdreifachen.

Der Gasanbieter E.ON, sowie die Stadtwerke in Kiel, Flensburg und Lübeck sehen nach eigenen Angaben kaum Spielraum, die Abschläge zu senken. Bei Zahlungsausfällen geraten dann die Energieversorger in Schieflage, befürchtet der Energie-Verband.

Verband empfindet Hilfspaket aus SH als zu wenig

Am Dienstag hatte das Land bekanntgegeben, 180 Millionen Euro aufbringen zu wollen, um beispielsweise Kitas, Schulen und Hochschulen zu unterstützen. Der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt grundsätzlich das von der Landesregierung vorgeschlagene Hilfspaket. Gleichzeitig kritisiert der Verband das zu niedrige Volumen der Finanzhilfen. Außerdem würden im Konzept jegliche Unterstützungsmaßnahmen für einzelne Haushalte in einer finanziellen Notlage fehlen.

Weitere Informationen
Daniel Günther (CDU) spricht neben Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) während einer Pressekonferenz nach dem Energiegipfel der Landesregierung © picture alliance/dpa Foto: Marcus Brandt

Energiegipfel in SH: Land will 180 Millionen Euro aufbringen

Damit sollen zum Beispiel Kitas, Schulen und Hochschulen unterstützt werden und zwei Härtefallfonds eingerichtet werden. mehr

In einer Bäckerei wird Teig bearbeitet. © picture alliance / Zoonar Foto: Oleksandr Latkun

Bäckereien in SH: "Uns geht das Licht aus"

Die Bäckereien haben mit einer Aktion auf ihre schwierige wirtschaftliche Lage in Zeiten der Energiekrise aufmerksam gemacht. mehr

Euroscheine liegen auf einem Heizkörper © picture alliance Foto: Sven Simon

Familien könnten bald 5.000 Euro für Gas im Jahr zahlen

Die Gas-Umlage von 2,4 Cent ist erst der Anfang. Die Marktpreise sind um 20 Cent gestiegen und kommen zeitverzögert an. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.09.2022 | 06:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Energiekrise

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Flugzeug startet am Flughafen Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Daniel Reinhardt

Schule schwänzen für günstigere Flüge - keine gute Idee in SH

Immer wieder nehmen Eltern ihre Kinder vor den Ferien aus der Schule. Sie wollen zum Beispiel von günstigen Flügen profitieren. Den Eltern droht dann ein Bußgeld. mehr

Videos