Ein Bagger holt Schlick aus einem Hafenbecken in Hamburg. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken/dpa
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AUDIO: Krabbenfischer zur Elbvertiefung (1 Min)

Elbvertiefung und Schlick: Fischer befürchten Rückgang der Krabben

Stand: 28.11.2022 12:56 Uhr

Die Krabbenfischer in Schleswig-Holstein befürchten, dass die Krabbenbestände mit der Elbvertiefung zurückgehen. Die ausgebaggerten Sedimente sollten entweder an Land oder weit draußen im Meer entsorgt werden, fordern sie.

Die schleswig-holsteinischen Krabbenfischer fordern einen anderen Umgang mit dem Schlick der Elbvertiefung. Sie befürchten, dass dadurch die Krabbenbestände an der Nordseeküste zurückgehen. Die 66 Betriebe, die im Landesfischereiverband organisiert sind, forderten deshalb auf ihrer Mitgliederversammlung am Freitag in Tönning (Kreis Nordfriesland), die in Hamburg ausgebaggerten Sedimente entweder an Land oder weit draußen im Meer zu entsorgen - und nicht wie bisher im Mündungsbereich der Elbe. Außerdem wollen die Fischer in weitere Gespräche miteinbezogen zu werden - zum Beispiel bei einem möglichen nationalen Hafengipfel.

Fressfeinde finden Krabben im klaren Wasser

Wenn der Schlick in der Elbmündung verklappt würde, würde er flussaufwärts ziehen, so die Argumentation der Fischer. Das hätte negative Auswirkungen auf den Bestand der Krabben. Der Vorsitzende der Sparte Krabbenfischerei im Landesfischereiverband, Jan Möller, erklärte: "Im Gegensatz zu früher ist das Nordseewasser deutlich klarer." Was sich im ersten Moment positiv anhört, hat drastische Folgen für den Krabbenbestand. "Durch die fehlende Trübung sind Krabben für ihre Fressfeinde, die Wittlinge, deutlich leichter auszumachen." Die fehlende Trübung führen die Krabbenfischer auf eine Sandschicht zurück, die sich auf dem Boden des Wattenmeeres vor den Küsten gelegt hat, so dass weniger Sediment im Wasser gelöst ist.

Strömungen haben sich verändert

Die Vertiefung der Elbe habe zudem dazu geführt, dass die Flut im Tidebereich des Flusses kürzer werde und mit größerer Strömungsgeschwindigkeit komme als die Ebbe, so die Fischer. Die Ebbe dauere nun länger und fließe langsamer. Sand und Schlick wanderten dadurch nicht mehr vom Binnenland ins Meer, sondern umgekehrt vom Meer in Richtung Binnenland. Deshalb müsse immer mehr Sediment aus dem Hamburger Hafen geschafft werden.

Elbvertiefung sorgt für Kontroversen in Hamburg

Auch in Hamburg wird die Elbvertiefung gerade kontrovers diskutiert. Hamburgs Grüne bezeichnen die Elbvertiefung als gescheitert. Die Hafenwirtschaft fordert ein Machtwort des Hamburger Bürgermeisters.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.11.2022 | 08:30 Uhr

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