Stand: 21.02.2018 17:11 Uhr

Droht kostspieliger Neubau des Schleusentores?

Schlechte Nachrichten für die Schifffahrt: Es wird voraussichtlich noch länger Staus vor der Schleuse Kiel-Holtenau geben. Denn nachdem das Containerschiff "Akacia" am Montagabend gegen das Schleusentor der Südkammer gerammt ist, konnten Taucher nun das Tor begutachten. Fünf der 16 Ballasttanks sind komplett zerstört, Versorgungsleitungen gekappt, teilte Matthias Visser vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSA) mit. Eine Bergungsfirma muss angefordert werden. Ein schneller Austausch mit dem Ersatztor ist laut Visser nicht möglich. Ob das Tor repariert werden kann, sei fraglich. Wann die Südschleuse wieder funktioniert - unklar.

"Akacia" abgeschleppt

36 Stunden nach der Havarie konnten am Mittwochmittag zwei Schlepper den Frachter in den Kieler Nordhafen bringen - an der Südseite des Kanals hinter der Holtenauer Hochbrücke. Die Experten mussten den richtigen Wasserstand abwarten: Der Pegelstand von Kanal und Förde musste in etwa gleich hoch sein, um das hintere Schleusentor zum Kanal öffnen zu können.

"Akacia" abgeschleppt: Schleusentor ist Totalschaden

Drei Stunden Wartezeit

Seit der Havarie des Containerschiffs gibt es Verzögerungen für Schiffe, die durch die Schleuse in Kiel-Holtenau wollen - laut WSA betrug die Wartezeit am Mittwoch zwei bis drei Stunden - in Brunsbüttel müssen sich die Kapitäne ein bis zwei Stunden gedulden.

Offenbar defekte Maschine schuld

Der Frachter "Akacia" war Montagabend kurz vor Mitternacht gegen ein Tor der Südkammer der großen Schleuse in Kiel-Holtenau gefahren. Der unter portugiesischer Flagge fahrende Containerfrachter war so schnell unterwegs, dass der Bug das Tor teilweise durchbrach. Defekte Maschinen haben nach Polizeiangaben dafür gesorgt, dass das Schiff nicht wie geplant vor dem Schleusentor stoppte, sondern schneller wurde. Auch eine Notankerung blieb erfolglos. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt.

Kanal bleibt funktionsfähig

Durch den Unfall wurde der Schiffsbug beschädigt und Wasser drang in das Schiff ein. Es habe aber nicht die Gefahr bestanden, dass das Schiff volllaufe, betonte Matthias Visser vom WSA. Da die Nordkammer zur Verfügung stehe, sei der Kanal funktionsfähig, sagte Visser. Ursprünglich hatte er gehofft, dass das vorhandene Ersatztor binnen einiger Tage eingebaut werden kann.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.02.2018 | 13:00 Uhr

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