Die Elektro-Speedtankstelle aus Lübeck

Stand: 17.09.2021 21:02 Uhr

Forscher arbeiten an einer Ladestation, die E-Autos deutlich schneller auftanken kann. Parallel entwickeln Forscher aus Itzehoe geeignete Batterien.

Wer mit einem E-Auto unterwegs ist, muss geduldig sein. Bis eine halbleere Batterie wieder voll ist, kann es schon mal bis zu drei Stunden dauern. Clemens Kerssen von der Technischen Hochschule Lübeck will das ändern und dafür sorgen, dass Ladestationen für E-Autos künftig bis zu 100 mal mehr Leistung bringen als bisher. Die Ladestation, die Clemens Kerssen und seine Kollegen entwickelt haben, ist so leistungsstark, dass sie den kleinen Test-Wagen statt in sechs Stunden in weniger als fünf Minuten auflädt. Doch bei den bisherigen E-Fahrzeugen spielen die Batterien nicht mit. Diese bestehen aus vielen Schichten und können bisher nicht so schnell die Ladeleistung aufnehmen.

Ladegeschwindigkeit soll signifikant steigen

Aber auch daran wird bereits gearbeitet: Am Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe (Kreis Steinburg) entwickeln Fachleute spezielle Batterien. "In den nächsten zwei bis drei Jahren sollte die Ladegeschwindigkeit von Elektrofahrzeugen signifikant steigen", sagt Andreas Würsig vom Fraunhofer Institut.

Technik für 230 Volt entwickelt

Ein weiteres Problem: Die meisten Ladesäulen werden derzeit mit 230 Volt versorgt, weil sie an das Niederspannungsnetz angeschlossen sind. Schnellere Säulen brauchen bislang mehr Power und deshalb ein stärkeres Netz. Weil es das an den meisten Orten nicht gibt, hat Clemens Kerssen seine Technik speziell für 230 Volt entwickelt. "Damit ist der flächendeckende Einsatz möglich", verspricht er. Im Boden unter jeder Ladesäule sollen Pufferbatterien die Stromzufuhr sicherstellen. Gemeinsam mit Kieler Forschern und seinem Doktorvater entwickelt Kerssen dafür intelligente Speichermodule. Das Bezahlen der neuen Ladetechnik soll mit jeder Scheck- und Kreditkarte möglich sein.

Clemens Kerssen ist zuversichtlich, dass in zwei Jahren die ganze Technik in eine kleine Säule passt. Dann müsste niemand mehr stundenlang warten, bis die Reise weitergeht.

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Schleswig-Holstein Magazin | 17.09.2021 | 19:30 Uhr

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