Stand: 15.04.2020 11:53 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Delfin fühlt sich in Eckernförder Bucht wohl

In der Eckernförder Bucht ist ein Delfin gesichtet worden. Am Dienstagabend sprang das Tier nahe Eckernförde immer wieder aus dem Wasser. Es war für die wenigen Strandbesucher deutlich zu erkennen - und wurde auch fotografiert. Nach Ansicht der Bilder geht Walexperte Prof. Boris Culik davon aus, dass es sich um einen Gewöhnlichen oder Gemeinen Delfin handelt. "Er hat eine schöne Zeichnung auf der Seite, auch im Bereich des Auges einen schwarzen Streifen, das ist für diese Tierart charakteristisch", sagte Culik NDR Schleswig-Holstein.

Delfin macht Luftsprünge in Eckernförder Bucht

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Immer wieder verirren sich Delfine in das vergleichsweise kalte Gewässer der Ostsee. Nun wurde wieder ein Tier gesichtet - und zwar vor Eckernförde.

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Tier vermutlich auf Fischfang in der Ostsee

Eigentlich leben Gewöhnliche Delfine in größeren Gruppen in der Nordsee. Der Kieler Meeresbiologe vermutet, dass das noch namenlose Tier alleine einem Hering-, Sprotten- oder Dorschschwarm gefolgt und so in die Eckernförder Bucht gelangt ist. "Das ist ein jugendlicher Draufgänger auf Wanderschaft, so kann man es am ehesten bezeichnen", sagt der Experte.

Experte rät: Abstand halten

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Kennt sich mit Tieren im Wasser aus: der Meeresbiologe Prof. Boris Culik.

In den vergangenen Tagen wurde der Delfin immer wieder in der Eckernförder Bucht gesichtet. Culik nimmt an, dass es sich nicht um ein ausgewachsenes Tier handelt. Da die Sportboothäfen momentan gesperrt sind, ist ein direkter Kontakt von Mensch und Tier eher unwahrscheinlich. Sollte jedoch ein Kajak-Fahrer oder ein anderer Wassersportler den Delfin sichten, rät der Walexperte, Abstand zu halten - "damit man dem Tier die Möglichkeit gibt, zu kommen". Und das funktioniere meistens auch gut. Im vergangenen Jahr tauchte ein Artgenosse wiederholt an der Schwentinemündung bei Kiel auf. "Da hat man sich mit einem Kajak hingelegt, dann brauchte man nur warten, bis er kam", erzählt Culik.

Delfin-Sichtung kein Einzelfall

Der Delfin in der Eckernförder Bucht ist zwar ein Einzelgänger, aber kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder vor, dass Gewöhnliche Delfine oder Große Tümmler in küstennahe Gebiete der Ostsee geschwommen sind, sogar im Nord-Ostsee-Kanal gab es Sichtungen. Der offensichtlichste Unterschied der beiden Arten ist die Größe.

"Der Große Tümmler wird 3,40 Meter lang, der Gewöhnliche Delfin um und bei 2 Meter", erläutert Culik. Außerdem wird der Tümmler bis zu 350 Kilogramm schwer, der Gewöhnliche Delfin nur maximal 200 Kilogramm. "Dann haben die Gewöhnlichen Delfine eine schöne Körperzeichnung auf der Seite, ein schwarzes Band, das auch am Auge vorbeiläuft. Ihre Bäuche sind weißlich bis cremefarbend und die Rücken grau", beschreibt der Experte weitere Unterschiede. Große Tümmler sind dagegen hellgrau am Bauch und dunkelgrau am Rücken und haben keine Körperzeichnungen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.04.2020 | 12:00 Uhr

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