Stand: 23.01.2020 14:29 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Leiche zerstückelt: Angeklagter gesteht

Im Prozess um eine zerstückelte und einbetonierte Leiche hat sich der Hauptangeklagte am Donnerstag zum ersten Mal zu den Vorwürfen geäußert. Der 47-Jährige legte ein Geständnis ab - den Mordvorwurf stritt er allerdings ab. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten und seiner 37-jährigen Freundin vor, den ehemaligen Lebensgefährten der Frau im Frühjahr 2017 heimtückisch und aus niederen Beweggründen umgebracht zu haben. Die Leiche sollen sie zerstückelt und auf ihrem Reiterhof in Dammfleth (Kreis Steinburg) einbetoniert haben.

Aussage im Prozess um zerstückelte Leiche

Schleswig-Holstein Magazin -

Im Prozess um eine zerstückelte und einbetonierte männliche Leiche auf einem Reiterhof in Dammfleth im Kreis Steinburg hat der Hauptangeklagte ein Geständnis abgelegt.

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Angeklagter will in Notwehr gehandelt haben

In seiner Erklärung sagte der Angeklagte, er hätte auf dem Hof zusammen mit dem späteren Opfer Drogen genommen. Als sie dabei von der Tochter überrascht wurden, sei der Mann durchgedreht. Das spätere Opfer habe zunächst seine Tochter, dann den Angeklagten selbst körperlich angegriffen. Weil der Mann auch nach einer Pistole griff, hab er ihn mit einem Schuss aus einem halbautomatischen Gewehr getötet. Die Leiche habe er mit einer Schubkarre in die Reithalle des Hofes gebracht und nachts oberflächlich begraben. Die 37 Jahre alte Angeklagte sei zur Tatzeit unterwegs gewesen und hätte von nichts gewusst. An einem Tag im Jahr 2018 habe er die Leiche zerteilt und Teile davon einbetoniert.

Mithäftling belastete 47-Jährigen

Es ist das erste Mal, dass sich der Angeklagte in dem Prozess äußert. Im vergangenen Oktober war er von einem Zeugen, einem Mithäftling, schwer belastet worden. Dieser berichtete vor Gericht, der Angeklagte habe ihm erzählt, dass er sich entschlossen habe, das Opfer zu töten, weil sich die Frau nicht von ihrem gewalttätigen Mann trennen wollte. Die Tochter der Frau ist ebenfalls angeklagt - allerdings in einem anderen Prozess, da sie minderjährig ist. Die 16-Jährige war in dem Prozess ursprünglich als Nebenklägerin aufgetreten. Aufgrund von Zeugenaussagen geriet sie jedoch ins Visier der Staatsanwaltschaft und wurde verhaftet. Aus der Untersuchungshaft ist sie aber inzwischen entlassen worden. Die Anklage gegen Mutter und Tochter wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht aufgehoben.

Nächster Verhandlungstag ist am 31. Januar. Mit einem Urteil wird im Februar gerechnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.01.2020 | 14:00 Uhr

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