Stand: 18.03.2020 18:15 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Coronavirus: Auch Restaurants müssen schließen

Das Bildungsministerium hat am Mittwoch (18.03.) neue Regeln für die Notfallbetreuung von Schülern bis zur sechsten Klasse bekanntgegeben. Betroffen sind rund 750 Kinder von Eltern, die in bestimmten wichtigen Berufsgruppen arbeiten. Nach Beschluss des Kabinetts wird die Notbetreuung über die kommenden Wochen aufrechterhalten - und das auch während der Osterferien in der unterrichtsfreien Zeit. Für Kinder im Kita-Alter solcher Eltern gilt eine entsprechende Regelung bis Freitag. Hier soll am Donnerstag der Nachfolge-Erlass vorgestellt werden.

Restaurant vollständig geschlossen

Die Landesregierung hat am Dienstag weitere Beschlüsse gegen die Ausbreitung des Coronavirus gefasst. Neu ist (17.03.), dass ab Mittwoch alle Restaurants vollständig geschlossen werden müssen, erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Sie dürfen Essen nur noch außer Haus verkaufen - etwa über einen Lieferservice. Hotels und Ferienwohnungen für Urlauber werden ebenfalls ab Mittwoch geschlossen. Diese Regelung gilt auch für alle Einrichtungen, die ausschließlich touristischen Zwecken dienen, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP). Ausnahmen sind nur für Geschäftsreisende möglich.

Weitere Informationen

Coronavirus: Schleswig-Holstein für Touristen gesperrt

Die Landesregierung hat beschlossen, dass Touristen Schleswig-Holstein nicht mehr betreten dürfen. Außerdem werden Restaurants geschlossen und 500 Millionen Euro für Notfhilfe bereitgestellt. mehr

Hotels und Pensionen müssen schließen

Auf Basis der Maßnahmen, die die Bundesregierung am Montagnachmittag bekanntgegeben hat, hatte die Landesregierung bereits am Montag (16.03.) bekanntgegeben, dass alle Touristen ihre Hotels und Pensionen am Mittwoch verlassen müssen. Solche Beherbungsbetriebe, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze werden geschlossen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Geschäftsreisende oder Einsatzkräfte - etwa der Polizei. Zugleich soll die Bäderregelung, die der Versorgung der Gäste in den Fremdenverkehrsorten dient, bis zum 19. April ausgesetzt werden.

Lebensmittel dürfen auch sonntags verkauft werden

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Gebrauchs ist gesichert. Denn folgende Geschäfte dürfen weiter öffnen - nun auch sonntags:

  • Einzelhandel für Lebensmittel
  • Wochenmärkte
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Tankstellen
  • Banken und Sparkassen
  • Poststellen
  • Frisöre
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • der Zeitungsverkauf
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte
  • der Großhandel

Alle andere Läden sollen geschlossen werden.

Die geöffneten Läden sollen strenge Auflagen erhalten: Es soll klare Hygiene-Regeln geben und eine Begrenzung der Besucher. Außerdem solle es Maßnahmen geben, um Warteschlangen zu vermeiden. Diese Läden sollen sonntags geöffnet werden können.

Umsetzung "so schnell wie möglich"

"Wir wollen das so schnell wie möglich in Schleswig-Holstein umsetzen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Montagabend NDR Schleswig-Holstein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von einem erheblichen Stresstest für das Gaststättengewerbe und den Einzelhandel. "Wir werden erhebliche Hilfen leisten, damit die Betriebe nicht in eine wirtschaftliche Schieflage geraten", sagte Buchholz.

Weitere Maßnahmen

Das Maßnahmenpaket von Bund und Länder umfasst weitere Schritte - außerdem gelten die schon beschlossenen Einschränkungen weiter. NDR.de hat einen Überblick über die Regeln erstellt, die zusätzlich zu den oben erwähnten gelten.

Inseln abgeriegelt

Die Inseln in Nord- und Ostsee sind für Urlauber gesperrt.

Geschlossen werden auch

  • Bars
  • Kneipen
  • Clubs
  • Diskotheken
  • Theater
  • Opern
  • Konzerthäuser
  • Kinos
  • Museen
  • Fitnessstudios
  • Schwimmbäder
  • Saunen
  • Volkshochschulen
  • Musikschulen
  • Ausstellungen und Messen
  • öffentliche und private Bildungseinrichtungen
  • Sportvereine und andere Sport- und Freizeiteinrichtungen, Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen
  • Freizeit- und Tierparks
  • Spielplätze
  • Spielbanken und Spielhallen
  • Einrichtungen des Prostitutionsgewerbes

Veranstaltungen, und Treffen

  • Alle öffentlichen Veranstaltungen im Land sind vorerst bis zum 19. April verboten. Empfohlen wird auch der Verzicht auf private Veranstaltungen.

  • Verboten sind ganz explizit auch: Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen. Außerdem: Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften.

Kitas, Schulen, Horte

  • Kitas, Schulen, Horte sind seit Montag dicht - bis zum Ende der Osterferien. Für die Klassen 1 bis 6 soll es auch in den Ferien eine Betreuung in den Schulen geben, wenn beide Eltern Jobs in einem Bereich haben, der für das öffentliche Leben besonders wichtig ist. In Kitas gibt es auf jeden Fall bis Freitag (20.3.) Notgruppen die Kinder solcher Eltern, am Donnerstag (19.3.) soll bekannt gegeben werden, wie es mit dieser Regelung weitergeht. (Details)

  • Von der Schließung ausgenommen ist die Kindertagespflege (bis maximal fünf Kinder).

Krankenhäuser

Kliniken verschieben planbare Operationen, Intensivkapazitäten werden ausgebaut. Das Land versucht, Ärzte im Ruhestand als Reserve zu gewinnen.

Besuche in Kliniken und Pflegeheimen

Besuchsverbot beziehungsweise restriktive Einschränkungen für Besuche in Kliniken, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime. Es darf höchstens ein Besuch pro Patient oder Bewohner geben. Ausnahmen gelten für Besuche auf Kinder- und Palliativstationen.

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind für die meisten Menschen geschlossen. Menschen mit Behinderung, die alleine, in Wohngruppen wohnen und sich selbst versorgen können, oder betreut sind, dürfen die Werkstätten nicht betreten. Ausgenommen sind die Menschen, die den Werkstattbesuch als notwendige, tagesstrukturierende Maßnahme benötigen.

Hochschulen

  • Die Hochschulen im Land müssen den Lehrbetrieb einstellen. Mensen und Hochschulbibliotheken werden geschlossen.

Reiserückkehrer

  • Regelungen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und allen besonders betroffenen Gebieten werden verschärft: sie dürfen alle öffentlichen Einrichtungen nicht betreten.

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 18.03.2020 | 19:30 Uhr

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