Stand: 03.08.2020 17:42 Uhr

Corona-Betrug in Millionenhöhe: 36-Jähriger in U-Haft

Weil er unberechtigt Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfe in Millionenhöhe beantragt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen einen 36 Jahre alten Mann aus dem Kreis Pinneberg. Für seinen Betrug soll der Mann, der eine Beratungsfirma in Hamburg betreibt, unrechtmäßig erworbene Sozialversicherungsdaten verwendet haben, teilten die Staatsanwaltschaft Lübeck und das Hauptzollamt Itzehoe am Montag mit. Wie die Ermittler dem 36-Jährigen auf die Spur kamen, wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst, aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Mehrere Durchsuchungen

Bereits Anfang Juli durchsuchten Fahnder deshalb die Wohn- und Geschäftsräume des Mannes und stellten dabei viele Beweismittel sicher. Der 36-Jährige sitzt seit der Durchsuchung in Lübeck in Untersuchungshaft. Doch dabei blieb es nicht. Die Ermittler stellten nach eigenen Angaben fest, dass der Mann versuchte, seine Taten zu verdunkeln. Deshalb gab es Mitte Juni weitere Durchsuchungen im Umfeld des Beschuldigten. Dabei stellten die Fahnder Beweismittel sicher - und knapp 120.000 Euro, die vermutlich aus der Beute stammten.

Weitere Informationen
Ein Gebäude der Investitionsbank Schleswig-Holstein in Kiel.  Foto: ibsh

Corona: 250 Betrugsverdachtsfälle bei Soforthilfen

Bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein sind unberechtigte Soforthilfe-Anträge eingegangen. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Urkundenfälschung und Geldwäsche. mehr

Vermögensarrest - auch gegen weitere Personen

Laut Staatsanwaltschaft wollte der 36-Jährige durch 90 Betrugshandlungen rund 15 Millionen Euro erlangen. Davon wurden 7,6 Millionen Euro durch die schnellen Ermittlungen gar nicht erst ausgezahlt. Um die übrigen 7,4 Millionen Euro zurückzubekommen, hat die Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Vermögensarrest gegen den Hauptverdächtigen sowie weitere 22 Personen verhängt, die aber nicht als tatverdächtig gelten.

Das bedeutet, dass sie über das mutmaßlich aus der Tat stammende Geld bis zum Abschluss eines Gerichtsverfahrens nicht mehr verfügen dürfen. Außerdem wurden bei der Durchsuchung im Haus des mutmaßlichen Haupttäters 84.000 Euro sichergestellt. An den Ermittlungen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Lübeck waren die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Itzehoe, die Steuerfahndung Kiel und eine Rechercheeinheit der Bundesagentur für Arbeit beteiligt.

Weitere Informationen
Ein Stift liegt auf einem Antrag für den Corona-Soforthilfe-Zuschuss. © dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael

Betrug mit Corona-Soforthilfe: 570 Fälle landesweit

Die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen ermitteln in rund 570 Fällen wegen Betrugsverdachts bei Corona-Soforthilfen. Die Schadenssumme liegt bei insgesamt 5,3 Millionen Euro. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.08.2020 | 16:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Auf einem blauen Einsatzwagen steht: Landespolizei Schleswig-Holstein Kampfmittelräumdienst.  Foto: Sebastian Iwersen

Liveblog: Bombenentschärfung in Flensburg - Evakuierung läuft

Mehr als 16.000 Flensburger müssen ihre Wohnungen verlassen. Die aktuellen Ereignisse können Sie hier im Liveticker verfolgen. Dazu gibt es Videos, Audios, Bilder und Hintergründe. mehr

Videos