Bundeskanzler Scholz und Ausbildungsleiter Schoch stehen auf dem Turm eines Gepard-Panzers © NDR Foto: Christian Wolf

Bundeskanzler Scholz besucht ukrainische Soldaten in Putlos

Stand: 25.08.2022 14:32 Uhr

Seit Wochen liefert die Bundesregierung Panzer des Typs Gepard an die Ukraine aus. Parallel dazu werden auf dem Bundeswehr-Übungsgelände in Putlos ukrainische Streitkräfte für den Umgang mit dem Panzer ausgebildet. Bundeskanzler Scholz war heute vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Ausbildungsleiter Schoch zeigt Bundeskanzler Scholz einen Gepard-Panzer © NDR Foto: Christian Wolf
Ausbildungsleiter Jürgen Schoch von Krauss-Maffei und Nexster Defense Systems führt Bundeskanzler Olaf Scholz den ausgemusterten Gepard vor.

Um kurz nach halb elf Uhr ist der Hubschrauber des Bundeskanzlers auf dem Truppenübungsplatz Putlos im Kreis Ostholstein gelandet. Zunächst ließ sich Olaf Scholz das Gelände zeigen. Anschließend sprach er mit den Streitkräften und Industrie-Ausbildern des Rüstungsherstellers Krauss-Maffei Wegmann. Die Firma ist für die Ausbildung der ukrainischen Einheiten am Panzer verantwortlich. Bei der Bundeswehr weiß nämlich niemand mehr, wie das Waffensystem des Gepards im Detail funktioniert. Schließlich wurde der Flugabwehrpanzer schon vor rund zwölf Jahren ausgemustert.

Scholz spricht seine Bewunderung für freiwillige Kämpfer aus

Bundeskanzler Olaf Scholz steht in Putlos vor einem Mikrofon, hinter ihm ein Helikopter der Luftwaffe © NDR Foto: Christian Wolf
Am Ende des Kanzler-Besuchs konnte Scholz sogar noch Zeuge von Schießübungen mit scharfer Munition werden. Anschließend verließ er das Gelände im Hubschrauber.

"Ich bin dankbar für das, was hier geleistet wird auf diesem Platz, für unsere Soldatinnen und Soldaten und ihren Einsatz, für die Unterstützung, die die deutsche Industrie in diesem Zusammenhang leistet", so der SPD-Politiker im Anschluss an den Rundgang. Größte Bewunderung empfinde Scholz allerdings für die Einsatzkräfte aus der Ukraine, die sich in Putlos ausbilden lassen, um ihr Land gegen die furchtbare Bedrohung zu verteidigen, die durch den russischen Angriffskrieg entstanden sei.

Mehr Freiwillige als Soldaten unter den Auszubildenden

Wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer insgesamt ausgebildet werden, ist nicht klar, allerdings sind nicht nur Soldaten unter den ukrainischen Streitkräften. Um genau zu sein, sind diese sogar in der Minderheit. Laut dem Rüstungsunternehmen KMW sind viele Freiwillige unter den Auszubildenden, so zum Beispiel Zahnärzte, Bäcker oder Lkw-Fahrer.

Weitere Lehrgänge werden folgen

Der Lehrgang dauert insgesamt sechs Wochen. Eine Woche davon üben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Truppenübungsplatz Putlos. Dabei schießen sie mit Übungsmunition auf simulierte Flugziele. Fest steht bereits, dass weitere Lehrgänge folgen werden, denn insgesamt 30 Gepard-Panzer sollen an die Ukraine geliefert werden. Dafür muss entsprechend viel Personal geschult werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.08.2022 | 13:00 Uhr

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