Stand: 23.09.2019 11:37 Uhr

Brunsbüttel: NOK bleibt für große Schiffe dicht

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Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal und die Schleusen in Brunsbüttel. Die beiden großen Schleusen (links) sind derzeit gesperrt.

Der Schaden an einem Schleusentor in Brunsbüttel sorgt weiter für Probleme am Nord-Ostsee-Kanal: Die vielbefahrene Wasserstraße ist für große Schiffe seit Sonnabend gesperrt. Das Tor Richtung Elbe in der großen Südkammer der Brunsbütteler Schleuse lässt sich nicht vollständig öffnen, die Nordkammer ist wegen Wartungsarbeiten gesperrt.

Am Sonntag begannen Taucher damit, den Schaden zu untersuchen. Das Ergebnis: Im hinteren Ende der Nische, wo das Tor beim Öffnen reingefahren werde, befinde sich eine massive Schicht aus Schlick, Holz und Steinen, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA). Erste Versuche, mit einem Saugbagger den Schlick zu entfernen, waren nicht erfolgreich. "Wir sind damit nicht herangekommen", sagte der Sprecher.

Experten: Zwei Pläne sind möglich

Die Fachleute an den Brunsbütteler Schleusen haben zwei Pläne. Plan A sieht vor, bei einer Spezialfirma einen Greifbagger zu ordern, der auch mehrere Meter tief den Schlick vor dem Schleusentor wegschaffen kann. Der Greifbagger muss allerdings in Cuxhaven oder Hamburg bestellt werden. Bis der nach Brunsbüttel kommt, kann es dauern.

Plan B ist, die derzeit ebenfalls gesperrte große Nordkammer der Schleusen eher wieder freizugeben. Dort wurden routinemäßige Wartungsarbeiten durchgeführt. Ein WSA-Sprecher sagte, nun müssten Gerüste in der Schleusenkammer wieder abgebaut werden. Außerdem müssten die Arbeiter den Torunterwagen - mit dem das Schleusentor auf und zu gemacht wird - wieder einbauen. Laut WSA kann die große Nordkammer frühestens Mittwochabend wieder freigegeben werden. Eine Prognose, wann das Schleusentor der großen Südkammer wieder funktionieren könnte, wollte der WSA-Sprecher nicht abgeben.

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Nur kleine Schleusen sind derzeit passierbar

Die beiden kleinen Schleusen in Brunsbüttel sind weiter passierbar. Dort können allerdings nur Schiffe mit einer Länge von maximal 125 Metern sowie einer Breite von 20,5 Metern geschleust werden. Laut WSA ist die Mehrzahl der Schiffe, die den NOK nutzen, deutlich länger.

Um Staus auf dem Nord-Ostsee-Kanal zu vermeiden, ist eine große Schleuse in Kiel-Holtenau offen, damit die Schiffe aus dem NOK herauskommen. Knapp 30.000 Schiffe hatten den Nord-Ostsee-Kanal im vergangenen Jahr genutzt.

100 Jahre alte Technik sorgt immer wieder für Probleme

Die zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung hat alle Hände voll zu tun, um den Betrieb auf dem 98 Kilometer langen Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel am Laufen zu halten. Die zum Teil mehr als 100 Jahre alte Technik muss in Schuss gehalten und nach und nach ersetzt werden.

Immer wieder gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Schleusenkammern. Deshalb wird derzeit eine neue gebaut. Vor sechs Jahren hatte es in Brunsbüttel den ersten Spatenstich zum Bau der fünften Schleusenkammer gegeben. 300 Millionen Euro sollte damals das Bauvorhaben kosten. Die ersten Schiffe sollten Ende 2017 die neue Kammer nutzen können. Doch der Bau der neuen Kammer verzögert sich erheblich. Frühestens 2024 wird sie für den Schiffverkehr freigegeben - und deutlich teurer. Die Gesamtkosten sollen nun bei 800 Millionen Euro liegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.09.2019 | 12:00 Uhr

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