Stand: 24.09.2019 17:35 Uhr

Brunsbüttel: Klima-Aktivisten beenden Blockade

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Am Dienstagnachmittag packten die Aktivisten in Brunsbüttel ihre Sachen, um zum Klimacamp nach Sankt Margarethen zurückzukehren.

Die Proteste von Klima-Aktivisten vor dem Chemiewerk Yara in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) sind beendet. Nach Angaben der Polizei liefen die 170 verbliebenen Demonstranten am Dienstagnachmittag vom Industriegebiet Brunsbüttel zurück zu ihrem Klimacamp in Sankt Margarethen (Kreis Steinburg). Am zweiten Tag der Werksblockade sei es bis auf kleinere Rangeleien weitgehend friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Die Organisation "Free the Soil" (etwa: Befreien wir die Böden) verbreitete auf Twitter eine Nachricht, wonach die Aktivisten bei ihrer Rückkehr ins Camp "mit viel Applaus und Konfetti" empfangen worden seien.

Eine der größten Zulieferer für Kunstdüngemittelfabriken in Europa

Hunderte Klimaschützer aus verschiedenen europäischen Ländern hatten seit Montagmittag verschiedene Zufahrten des Chemiewerks blockiert. Sie sehen die Agrarindustrie als einen der größten Zerstörer des Klimas. Die Fabrik in Brunsbüttel gehört zum norwegischen Yara-Konzern und ist eine der größten Zulieferer für Stickstoff-Kunstdüngemittelfabriken in Europa.

In der Nacht zu Dienstag waren zwölf Demonstranten auf das Fabrikgelände gelangt. Sieben von ihnen seien sofort von den Einsatzkräften in Gewahrsam genommen worden, vier Aktivisten hätten sich auf einem Tank an ein Geländer gekettet, teilte die Polizei mit. Sie seien von ihren Ketten befreit und sicher heruntergeholt worden.

Aktivisten blockieren Yara-Werk mehr als 24 Stunden lang

Produktion lief nach Unternehmensangaben ohne Beeinträchtigungen

Der Betrieb in der Fabrik lief nach Unternehmensangaben trotz der Proteste ohne Beeinträchtigungen. Die Aktivisten hatten sich zum Ziel gesetzt, die Produktion von Yara zumindest zeitweise zu stoppen. An dem Standort an der Elbe produziert das Unternehmen nach eigenen Angaben mit großem Energieaufwand verschiedene Produkte - unter anderem Stickstoff, der später für die Produktion von Düngemitteln gebraucht wird. In einer Harnstoffanlage entsteht auch der Diesel-Zusatz AdBlue.

In der Region gehört das Werk nach Angaben des Umweltbundesamtes zu den Haupt-Emittenten von Kohlenstoffdioxid. Yara selbst schreibt auf seinen Internetseiten, "unsere Umwelt- und Industrielösungen tragen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung von Emissionen bei".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.09.2019 | 13:00 Uhr

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