Stand: 02.05.2019 17:36 Uhr

Bis zu 10.000 Wohnungslose - Benefizkonzert in Kiel

Allein im vergangenen Jahr haben sich rund 7.500 Menschen in Schleswig-Holstein, die von Wohnungslosigkeit betroffen oder bedroht sind, von der Diakonie helfen lassen. Vor allem in Lübeck, Kiel, Flensburg und Neumünster gibt es viele Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben. Wie die Geschäftsführerin der Stadtmission aus Kiel, Karin Helmer, weiter mitteilte, nimmt das Problem aus verschiedenen Gründen zu. Dazu gehörten der Mangel an bezahlbaren Wohnungen, Altersarmut, Depressionen und Sucht.

Zahl von Menschen ohne Wohnung steigt

Schätzungen zufolge dürften insgesamt 8.000 bis 10.000 Menschen in Schleswig-Holstein betroffen sein. Die Zahl der betroffenen Menschen steigt nach Einschätzung der Diakonie seit Jahren. Schlie kritisierte, dass bisher landesweit die Zahl der Wohnungs- und Obdachlosen statistisch nicht erfasst werde. Dies müsse sich ändern.

Benefizkonzert in Kiel

Um Wohnungslose zu unterstützen, findet am Sonnabend zum zweiten Mal das Konzert gegen Kälte statt. Die Sänger Max Mutzke und Stefan Gwildis treten mit ihren Bands auf. Bereits im vergangenen Jahr war Max Mutzke bei der Auftaktveranstaltung auf der Freilichtbühne Krusenkoppel aufgetreten. In diesem Jahr ist Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) Schirmherr. Bereits jetzt sind rund 40.000 Euro durch den Kartenverkauf und Sponsorengelder zusammengekommen. Von dem Geld soll ein sogenannter Obdachlosen-Lotse finanziert werden. Dieser ist Anlaufstelle und Sorgentelefon gleichermaßen und unterstützt die Wohnungslosen.

Schlie fordert preiswertere Wohnungen

Landtagspräsident Klaus Schlie forderte darüber hinaus gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Situation wohnungsloser und obdachloser Menschen in Schleswig-Holstein. Der Bau kleiner günstiger Ein-Raum-Wohnungen, die von der Miete her preiswerter sein müssten als Sozialwohnungen, sei notwendig, sagte Schlie am Donnerstag in Kiel. Dafür könnten manche Bauvorschriften der Landesbauordnung, die das Bauen teuer machten, gelockert werden.

Mietsicherungsfonds gefordert

Außerdem warb Schlie, der früher Wohnungsminister im Norden war, für die Schaffung eines Mietsicherungsfonds mithilfe des Landes. Bei Mietschulden könnte ein Fonds schwierige Situationen überbrücken helfen. Stadtmission-Chefin Helmer hält so einen Fonds ebenfalls für sinnvoll. Die Diakonie habe als Träger im vergangenen Jahr 50 Wohnungen angemietet und sei auf rund 35.000 Euro Mietschulden hängen geblieben. Schlie lobte, dass der Sozialausschuss des Landtags das Thema Wohnungslosigkeit in seiner ganzen Komplexität aufgreifen wolle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.05.2019 | 14:00 Uhr

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